SSV Jahn Regensburg

Quo vadis SSV Jahn? Die Fans haben den Verantwortlichen für den Abstieg bereits ausgemacht


Nächste Saison müssen sich die Fans des SSV Jahn mit Viertliga-Fußball begnügen. (Foto: Fabian Roßmann)

Nächste Saison müssen sich die Fans des SSV Jahn mit Viertliga-Fußball begnügen. (Foto: Fabian Roßmann)

Von Fabian Roßmann und Redaktion idowa

Es ist das bittere, aber folgerichtige Ergebnis einer katastrophalen Saison. Der SSV Jahn muss den Gang in die vierte Liga antreten. Mit großen Ambitionen in die Saison gestartet, musste man schnell feststellen, dass es mit dem anfänglichen Kader nicht für diese Liga reicht. Zu jung und unerfahren war die Mannschaft. Am Ende war es auch einfach eine Qualitätsfrage. Eine komplette neue Elf wurde während der Saison nachverpflichtet, mit Christian Brand ein neuer Cheftrainer als Nachfolger des äußerst umstrittenen Alexander Schmidt installiert. Doch auch der neue Mann konnte keine Wunderdinge bewirken, verlor bis zur Winterpause alle fünf Spiele.

Danach wurde es allerdings besser, die Mannschaft hatte ein anderes Auftreten und man hatte wieder das Gefühl, eine Elf am Platz zu sehen, die drittligatauglich ist. Damit man den Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze hätte aufholen können, hätte alles perfekt laufen müssen. Das war nicht der Fall, oft fehlte auch einfach das Quäntchen Glück. Schon früh hatte Brand betont, dass die Mannschaft auf dem richtigen Weg sei und die Frage nur laute, ob die Zeit reiche. Sie reichte am Ende nicht. Bereits drei Spieltage vor Saisonende stand der SSV Jahn als erster Absteiger in den Amateurbereich fest.

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Für die Fans des Regensburger Traditionsvereins ist der Schuldige in Sportchef Christian Keller längst gefunden. Schon früh in der Saison gab es von den Rängen immer mehr und immer lauter werdende "Keller raus"-Rufe. Der Jungmanager hatte mit großen Versprechungen ebenso große Erwartungen hervorgerufen, die er und der Verein am Ende nicht einmal ansatzweise erfüllen konnten. Kellers Plan war es, eine junge Mannschaft zu formen, die in dieser Saison einen einstelligen Tabellenplatz hätte erreichen sollen und ab dem nächsten Jahr mit besseren finanziellen Mitteln und dem neuen Stadion im Hintergrund um den Aufstieg in Liga zwei hätte mitspielen sollen.

Die Zukunft des Sportchefs ist weiter unklar. Sein eigentlich bis 2016 laufender Vertrag verliert mit dem Abstieg in die Regionalliga seine Gültigkeit. Ein neues Arbeitspapier würde er von der Vereinsseite dennoch bekommen. Präsident Hans Rothammer hat in letzter Zeit immer wieder klar gemacht, auch in der Vierten Liga mit Keller weitermachen zu wollen. Im Raum steht, ob ihm ein Sport-Fachmann zur Seite gestellt werden könnte und sich Keller weiterhin um den Bereich Sponsoring/Finanzen, den er seit Amtsantritt deutlich verbessert hat, kümmert. Ob Keller das mitmacht, ist ungewiss. Zum einen würde das zumindest einer kleinen Entmachtung gleichkommen.

Zum anderen ist zu bezweifeln, dass sich das Verhältnis zwischen Keller und den Fans noch einmal kitten lässt. Bestes Beispiel dafür ist das Spiel vom Samstag gegen den Chemnitzer FC (0:1). Nach dem feststehenden Abstieg hatte man lautstarke Bekundungen gegen den Sportchef erwartet. Die Anhänger entschieden sich aber für einen "stillen Protest". Unterstützung von den Rängen gab es nicht, zu hören waren nur die rund 600 mitgereisten Gästefans. Um ihrem Unmut Ausdruck zu verleihen, verfassten die Fans einige Plakate. Aber nicht etwa mit Forderungen beschriftet. Stattdessen hielten sie den Verantwortlichen nur den Spiegel vor. Sie hielten Zitate, die vor oder während der jetzt endenden Saiosn gefallen waren, in die Höhe (vergleiche Bildergalerie).

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Die Mannschaft ließ sich davon nicht ablenken. Sie zeigte eine akzeptable Leistung. Erst in der Nachspielzeit kassierte sie das Gegentor, welches zur Niederlage führte. "Während des Spiels ist man mit den Gedanken nur auf dem Platz", sagte Verteidiger Marcel Hofrath nach dem Abpfiff gegenüber idowa. Das Spiel war sinnbildlich für diese Saison, gerade den zweiten Teil davon. Man hatte gut gespielt, die Drittligatauglichkeit unter Beweis gestellt, wie nachher auch Gäste-Trainer Karsten Neitzel anerkannte. Am Ende gab es aber erneut einen Dämpfer und die Mannschaft stand einmal mehr mit leeren Händen da. "Man fragt sich: Was haben die Jungs verbrochen, dass das Spiel so laufen kann", äußerte sich auf der Pressekonferenz ein niedergeschlagener Christian Brand.

Die Niederlage gegen Chemnitz war nur ein Rückschlag von vielen in dieser Saison. Am Ende waren es zu viele, die zum Abstieg führten. Jetzt gilt es, gerade mit dem neuen Stadion im Rücken, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um eine neue Aufbruchstimmung rund um den Club zu erzeugen. Denn die wird es brauchen, wenn man den direkten Wiederaufstieg verwirklichen will. Das Eröffnungsspiel der neuen Arena gegen den FC Augsburg war zumindest schon einmal innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Es soll nicht das einzige sportliche Highlight in der kommenden Saison sein. Wer in den verantwortlichen Positionen den Erfolg zurück nach Regensburg bringen soll, ist bis jetzt noch offen. Sicher ist nur, dass jetzt die Zeit für einen Neuanfang da ist.

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"Die Highlights der Saison" - Mit diesem Plakat leiteten die Jahn-Fans ihre Plakat-Serie ein. (Foto: Fabian Roßmann)

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Die Spruchbänder der Jahnfans beim Spiel gegen den Chemnitzer FC. (Foto: Fabian Roßmann)

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Die Spruchbänder der Jahnfans beim Spiel gegen den Chemnitzer FC. (Foto: Fabian Roßmann)

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Die Spruchbänder der Jahnfans beim Spiel gegen den Chemnitzer FC. (Foto: Fabian Roßmann)

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Die Spruchbänder der Jahnfans beim Spiel gegen den Chemnitzer FC. (Foto: Fabian Roßmann)

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Die Spruchbänder der Jahnfans beim Spiel gegen den Chemnitzer FC. (Foto: Fabian Roßmann)

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Die Spruchbänder der Jahnfans beim Spiel gegen den Chemnitzer FC. (Foto: Fabian Roßmann)

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Die Spruchbänder der Jahnfans beim Spiel gegen den Chemnitzer FC. (Foto: Fabian Roßmann)