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Gesundheitsversorgung im Landkreis Regen: Diskussionen bei drei Infoveranstaltungen

Landrat Dr. Ronny Raith und Arberlandkliniken-Vorstand Christian Schmitz stellten sich bei drei Infoabenden den Fragen der Bürger zum Thema künftige Gesundheitsversorgung im Landkreis. Eine Zusammenfassung der Infos.

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Den Auftakt der Veranstaltungsreihe zur künftigen Gesundheitsversorgung bildete die Diskussionsrunde in der Stadthalle in Viechtach.

Den Auftakt der Veranstaltungsreihe zur künftigen Gesundheitsversorgung bildete die Diskussionsrunde in der Stadthalle in Viechtach.

Redaktion
Von Redaktion Viechtach

An drei Abenden gab es in Viechtach, Regen und Zwiesel die Möglichkeit zum gemeinsamen Austausch mit Landrat Dr. Ronny Raith und Arberlandkliniken-Vorstand Christian Schmitz. „Wie stellen wir die medizinische Versorgung langfristig sicher?“ - diese Frage bewegte einige Hundert interessierte Bürger, die sich zu drei Informationsabenden einfanden.

Wie die Arberlandkliniken in einer Pressemitteilung informieren, sei dabei deutlich geworden: Die Anforderungen an die Kliniken verändern sich, der Handlungsdruck wächst. Landrat Dr. Ronny Raith verwies auf die Entwicklungen in den Nachbarlandkreisen. Derartige Konzentrationsprozesse verdeutlichten, dass sich die Krankenhauslandschaft bereits grundlegend verändere und auch der Landkreis Regen die Zukunft seiner Kliniken frühzeitig in den Blick nehmen müsse.

Welche medizinischen Leistungen gibt es wo?

Arberlandkliniken-Vorstand Christian Schmitz skizzierte den bisher gegangenen Weg und ließ auch die Ergebnisse aus Bürgerdialog und Strukturgutachten einfließen. Darüber hinaus erläuterte er, dass der Fachkräftemangel, steigende Qualitätsanforderungen, die Erfüllung von Mindestfallzahlen bei bestimmten Eingriffen und neue gesetzliche Vorgaben den Druck auf die Krankenhäuser weiter verschärften. Die Versorgung an zwei Standorten stelle die Arberlandkliniken in Viechtach und Zwiesel vor zusätzliche Schwierigkeiten.

Auch die Zuweisung der sogenannten Leistungsgruppen werde die künftige Ausrichtung der Arberlandkliniken maßgeblich beeinflussen. Das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention soll bis zum Jahresende 2026 darüber entscheiden - mit Wirkung zum 1. Januar 2028. Damit werde festgelegt, welche medizinischen Leistungen an den jeweiligen Standorten künftig erbracht werden dürfen. „Wir kämpfen um jede Leistungsgruppe“, stellte Schmitz klar. Zugleich müsse man sich darauf einstellen, dass sich das Leistungsspektrum beider Häuser verändern werde.

Im Notfall eine schnelle Erreichbarkeit sichern

Auch die Notfallversorgung kam zur Sprache, mit Blick vor allem auf die Bevölkerung im östlichen Landkreis. Bei zeitkritischen Diagnosen würden Patienten teilweise nach Deggendorf gebracht, weil die Arberlandklinik Viechtach seit der Verlegung der Schlaganfallversorgung für sie zu weit entfernt sei. Sollte Viechtach künftig als Schwerpunktversorger ausgerichtet werden und zwischen Freyung und Viechtach keine Akutklinik mehr bestehen, wäre dies aus Sicht von Schmitz eine „Katastrophe“ für den östlichen Landkreis Regen.

Neben den strukturellen Veränderungen gibt die Bausubstanz der Arberlandklinik Zwiesel zu bedenken. Der Gebäudekern sei nahezu 100 Jahre alt und lasse sich nicht mehr wirtschaftlich sanieren, sagte Schmitz. Schon 2018 gab der Kreistag den Startschuss für die Untersuchung einer kompletten Modernisierung beziehungsweise eines Neubaus der Arberlandklinik Zwiesel. Eine entsprechende Zielplanung wurde 2021 an das bayerische Staatsministerium übermittelt und 2022 auf Wunsch des Ministeriums nochmals angepasst. Trotz mehrfacher Nachfrage gebe es bis heute keine Förderzusage oder Mitteilung über mögliche weitere Schritte. Vor dem Hintergrund der Krankenhausreform habe der Standort Zwiesel aus Sicht des Ministeriums keine Priorität, da nicht klar sei, wie die Zukunftsfähigkeit des Standorts unter den veränderten Rahmenbedingungen aussehen wird.

Unabhängig von der künftigen Klinikstruktur sollen Viechtach und Zwiesel als Medizinstandorte erhalten bleiben. Ein Beispiel für die Weiterentwicklung des ambulanten Angebots sei der bereits beschlossene Anbau für die Endoskopie in Zwiesel. Ein zentraler Klinikstandort könnte nach Einschätzung von Schmitz zudem Vorteile bei der Gewinnung und Ausbildung des ärztlichen Nachwuchses haben. Durch ein breiteres medizinisches Angebot und die engere interdisziplinäre Zusammenarbeit ließen sich längere Weiterbildungsabschnitte vor Ort ermöglichen.

Verbindliche Zahlen gibt es erst 2029

Die finanziellen Auswirkungen möglicher Strukturentscheidungen waren ebenfalls Gegenstand der Informationsabende. Raith stellte klar, dass die häufig genannten 418 Millionen Euro keine abschließend ermittelte Bausumme darstellten. Es handle sich vielmehr um eine sehr grobe erste Kalkulation der Investitionen. Verbindlichere Zahlen seien voraussichtlich erst Anfang 2029 auf Grundlage einer Entwurfsplanung verfügbar.

Auch die genaue Förderquote des Freistaats hänge dem Landrat zufolge vom Ergebnis des Raumprogramms ab. Raith versicherte, dass der Landkreis die Kosten konsequent im Blick behalten werde. Zugleich verwies er auf die laufenden finanziellen Belastungen durch den Bestand. Nur für die Aufrechterhaltung des technischen Betriebs benötige die Arberlandklinik Zwiesel jährlich einen Zuschuss von bis zu zwei Millionen Euro.

Auch die Erreichbarkeit eines möglichen zentralen Standorts müsse bei den weiteren Planungen berücksichtigt werden. Raith zufolge könnte das bestehende öffentliche Verkehrsnetz bedarfsgerecht verdichtet werden. Kreisratsmitglied und ehemaliger bayerischer Staatsminister Helmut Brunner unterstrich die Tragweite der Entscheidungen. „Es ist die wichtigste und nobelste Aufgabe, jetzt die Weichen für eine Gesundheitsversorgung in der Zukunft zu stellen.“ Landtagsabgeordneter Dr. Stefan Ebner berichtete von konstruktiven Gesprächen mit Finanzminister Albert Füracker und Gesundheitsministerin Judith Gerlach.

Grundsatzentscheidung im ersten Quartal 2027

Wie Raith betonte, ist bislang noch keine abschließende Entscheidung über die künftige Struktur der Gesundheitsversorgung im Landkreis gefallen. Die Grundsatzentscheidung soll im ersten Quartal 2027 getroffen werden, damit bei einem möglichen Neubau rechtzeitig Fördermittel beantragt werden können.

Der Landrat verwies dabei auf die Verantwortung des Kreistags. Zugleich verwies er auf die Möglichkeit eines Bürgerentscheids, sollte die Bevölkerung mit der Entscheidung nicht zufrieden sein. Weitere Fragen und Antworten gibt es zum Nachlesen auf 2035.arberlandkliniken.de.

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