„Passt einfach perfekt“

Roman und Julian Wasserfuhr eröffnen das Rivertone-Festival in Straubing

Bereits 2019 boten sie „ein Jazzerlebnis auf höchstem Rang“. Am Donnerstag, 12. November, treten sie mit Juan Camilo Villa und Dennis Frehse in der Attenkofer-Akademie am Aster Weg in Straubing auf.

Artikel vorlesen
Die Jazz-Musiker Julian (links) und Roman Wasserfuhr (2.v.r.) sowie Bassist Juan Camilo Villa (2.v.l.) und Schlagzeuger Dennis Frehse (rechts).

Die Jazz-Musiker Julian (links) und Roman Wasserfuhr (2.v.r.) sowie Bassist Juan Camilo Villa (2.v.l.) und Schlagzeuger Dennis Frehse (rechts).

Wahl-O-Mat
Von Redaktion Straubing Stadt

Die Brüder Roman und Julian Wasserfuhr gastierten bereits 2019 bei Rivertone. Die beiden präsentierten mit ihrem damaligen Quintett „ein Jazzerlebnis auf höchstem Rang, was das Publikum mit intensivem und anhaltendem Applaus zurecht honorierte“, kommentierte ein Kritiker.

2026 kommen sie zurück und eröffnen am Donnerstag, 12. November, in der Attenkofer-Akademie am Aster Weg in Straubing das Rivertone-Festival. Für ihr Projekt „Timelines“ arbeiten die Brüder mit zwei langjährigen Freunden zusammen: dem kolumbianischen Bassisten Juan Camilo Villa und dem deutschen Schlagzeuger Dennis Frehse.

Einlass zu der Veranstaltung ist um 19 Uhr, Beginn ist um 19.30 Uhr. Karten gibt es im Internet unter www.rivertone.de. Bereits im Mai verzauberte die italienische Sängerin Ilaria Della Bidia bei einer rasch ausverkauften Summer Session die Attenkofer-Akademie. Nun findet der Rivertone-Eröffnungsabend hier statt.

Julian und Roman Wasserfuhr gehören seit vielen Jahren zu den markanten Stimmen des deutschen Jazz. Ihr Spiel zeichnet sich durch klare Melodien, eine offene Klangsprache und ein feines Gespür für Atmosphäre aus - Merkmale, die den unverwechselbaren Wasserfuhr-Sound prägen.

Im Quartett mit Villa und Frehse entsteht ein lebendiger, rhythmisch präsenter und zugleich melodieorientierter Bandsound. Europäische Jazztradition, lateinamerikanische Einflüsse und urbane Impulse aus Japan greifen dabei organisch ineinander. Die Musik bleibt klar strukturiert, transparent und eröffnet viel Raum für Klangfarben und Interaktion.

Das Projekt Timelines hat sicher nichts mit endlosem Scrollen durch Social Media zu tun, oder? „Nein, zum Glück nicht, eher im Gegenteil“, sagt Julian Wasserfuhr im Interview mit unserer Zeitung. Mit „Timelines“ meinen die vier Musiker ihre Lebenswege. „Wir kennen uns von ersten gemeinsamen Projekten vor über 20 Jahren. Danach hat das Leben die Linien auseinandergezogen: Juan Camilo kam aus Kolumbien nach Köln, Dennis lebt seit vielen Jahren in Tokio, und Roman und ich waren mit unserer eigenen Musik unterwegs“, erzählt Julian Wasserfuhr. Irgendwann hatten sie sich ein Stück weit aus den Augen verloren. „Dass sich diese Linien jetzt wieder kreuzen, fühlt sich für uns wie ein kleines Geschenk an. In der Band treffen sich deshalb ganz selbstverständlich europäischer Jazz, lateinamerikanische Farben und etwas vom Puls Tokios.“ Das Konzert sei vielmehr eine kleine Einladung, das Handy mal für zwei Stunden in der Tasche zu lassen und einfach zuzuhören.

2019 gastierten die Wasserfuhr-Brüder bereits bei Rivertone mit Paul Heller am Saxophon, damals noch ganz im Zeichen von „Landed in Brooklyn“.

Wie würde Julian Wasserfuhr die musikalische Entwicklung bis heute bezeichnen? „Seitdem ist viel passiert. Die Corona-Zeit hat uns sehr nachdenklich gemacht, aber auch unglaublich produktiv: In zwei Jahren sind über 40 Stücke entstanden, daraus wurde ‚Mosaic‘. Mit ‚Safe Place‘ sind wir bewusst ganz leise und kammermusikalisch geworden, im Trio mit dem Cellisten Jörg Brinkmann.“

Mit „Timelines“ gehen die Musiker jetzt wieder in die andere Richtung: mehr Band, mehr Groove, mehr Energie, ohne dass die Melodie verloren geht. „Die ist uns immer das Wichtigste geblieben. Und zum ersten Mal machen wir alles selbst: Wir haben das Album im März in unserem eigenen Studio in Hückeswagen aufgenommen, und es erscheint am 27. November auf unserem eigenen Label Schnaff Records.“ Nach 20 Jahren „Wasserfuhr-Jazz“ sei das ein ziemlich großer Schritt.

„Auf Straubing freuen wir uns sehr, weil wir 2019 in so guter Erinnerung haben: Ein Festival, das seinem Publikum wirklich etwas Besonderes bieten will, und Menschen, die offen und herzlich zuhören“, findet Julian Wasserfuhr.

„Dass wir jetzt kurz vor dem Erscheinen von ‚Timelines‘ zurückkommen und die neue Musik dort live spielen dürfen, passt einfach perfekt.“

Autoren des Artikels folgen

Themen des Artikels folgen

Alle Artikel zu gefolgten Themen und Autoren finden Sie bei mein idowa

Finden, was Sie suchen: Sie können sich Artikel von idowa in der Google-Suche nun bevorzugt anzeigen lassen. Mehr Informationen zur kostenlosen Google-Funktion finden Sie auf unserer Infoseite.

Keine Kommentare


Neueste zuerst Älteste zuerst Beliebteste zuerst
alle Leser-Kommentare anzeigen
Leser-Kommentare ausblenden

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert.