kreis & quer
Landkreis-Kolumne: Handelshemmnis
Hubert Aiwanger hat im Sommer gesagt, die neue EU-Verpackungsverordnung gehört auf den Müll. Seitdem hat man zu dem Thema nicht mehr viel vernommen. Jedenfalls nicht öffentlich-politisch. Beim Einkaufen schon.
„Ich hab erst einmal lernen müssen, dass meine Tütchen ein Verbundmaterial sind“, hat der Teeladeninhaber sich beklagt. Und das war nicht alles. Er dachte: „Gibst halt die Menge an, die du benötigst.“ Aber nein: „Das musst du ganz exakt in Gramm aufschreiben und auch belegen können.“ Das betreffe nicht nur die Tüten, sondern auch den Verschluss dazu. Jene Papier-und-Draht-Streifchen, mit denen er sie zuwickelt - und die, es liegt in der Natur der Sache, ebenfalls aus zwei verschiedenen Materialien bestehen. Künftig klebt dann noch ein grüner Punkt drauf. - Muss er eigentlich auch alle aufgeklebten Etiketten mitwiegen?
Obendrein empört ihn, wie oft für dieselben Tüten Geld verlangt wird. Hersteller, Einfuhrfirma, Händler - alle müssten blechen, weil sie Müll herstellten, einführten, verkauften . . . „Der Kunde zahlt über seine Müllgebühren auch noch mal.“
Wird nicht ständig versprochen, die Bürokratie zu reduzieren? Wenn ein Teeverkäufer seinen Laden vielleicht zusperren muss, weil er in der gleichen Menge Zeit nur entweder Tee verkaufen oder Formulare ausfüllen kann, schaut das irgendwie nicht danach aus. Oder aber denken die Politiker: Super! Wenn man eh nix mehr kaufen kann, hat sich die Bürokratie im Handel ja auch erledigt . . . ?!










