kreis & quer
Landkreis-Kolumne: Gurtkampf
In Ersatzverkehrsbussen, die auf die Autobahn fahren, muss man angegurtet sein. Jüngst hat ein Mann seine Mitreisenden deutlich vernehmbar darauf hingewiesen - und dann für beste Unterhaltung gesorgt, als er versuchte, sich selber anzuschnallen. Er zog und zerrte - und der Gurt blockierte. Ganz schlank war der Mann halt auch nicht, und die Schnalle wollte das Schloss partout nicht erreichen. „Der ist zehn Zentimeter zu kurz!“, jammerte der Mann und fummelte weiter ergebnislos herum.
Irgendwann gab er auf, wechselte auf einen anderen Platz - und das Drama begann von vorn. „Die Länge reicht nicht!“ Geziehe, Gezerre. Kein Erfolg. „Der Bus hat 40 Plätze“, sagte seine Begleiterin, „willst du die anderen vielleicht auch noch alle durchprobieren . . . ?“
Er sah sich um. „Was machen da denn Schwangere?!“ Vermutlich hoffte er, einen per Piktogramm entsprechend ausgewiesenen Platz zu erspähen, fand aber keinen. Erneuter Kampf mit dem Dreipunktgurt: ziehen, zurückrollen, ziehen, zurückrollen. Der Mann rutschte auf dem Sitz herum, fummelte, zog und zerrte weiter. Endlich hatte er doch noch Erfolg - wirkte dann aber wie in den Sitz gepresst und als hielte er die gesamte Fahrt über mit eingezogenem Bauch die Luft an.
In den - älteren - Bussen einer anderen Marke habe er dieses Problem nicht, verkündete er. In denen gibt es Hüftgurte, und die sind obendrein schon etwas ausgeleiert. Perfekt für ihn also? Vielleicht auch nicht, denn: „In denen rutsche ich immer vom Sitz!“




