Keine gute Idee

Flüchtiger Ladendieb springt im Kreis Passau in See – Polizei rettet ihn

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Eine Flucht wie diese sieht auch die Polizei nicht alle Tage. (Symbolbild)

Eine Flucht wie diese sieht auch die Polizei nicht alle Tage. (Symbolbild)

Von Redaktion idowa

Am Freitag, 24. April, hat ein wohnungsloser mutmaßlicher Ladendieb bei Pocking im Landkreis Passau eine denkwürdige Flucht hingelegt: Sie endete in einem eiskalten See, aus dem die ihn verfolgenden Polizeibeamten den Mann schließlich retten mussten.

Ausgangspunkt der Aktion war laut Polizeibericht ein Supermarkt in Pocking, wo der 43-Jährige gegen 19 Uhr eine Flasche Cola bezahlte, aber mutmaßlich eine Flasche Schnaps in seiner Jacke versteckte, um sie unbemerkt nach draußen zu bringen. Der stellvertretende Filialleiter bemerkte dies, stellte den Mann zur Rede und versuchte, ihn festzuhalten. Der laut Zeugen äußerst aggressive Tatverdächtige konnte jedoch entkommen, zerbrach seine Beute vor dem Supermarkt und flüchtete anschließend auf einem Fahrrad. Eine Streife der Polizeistation Pocking konnte die Identität des 43-Jährigen schnell klären und stellte bei der Überprüfung der Personalien fest, dass gegen ihn ein Haftbefehl vorlag.

Nach kurzer Fahndung fanden Beamte den Flüchtigen in der Nähe des Schlupfinger Weihers, führten eine Kontrolle durch und erklärten ihm, dass gegen ihn wegen Ladendiebstahls ermittelt wird. Daraufhin schwang sich der Mann erneut auf sein Fahrrad und flüchtete in Richtung Oberindling weiter. Seine wilde Fahrt führte schließlich über ein Feld bis zu einem Kiesweiher kurz vor Oberindling, wo er sein Gefährt aufgab und zu Fuß in Richtung Wasser ging.

Der Mann war nicht zu überzeugen

Alles gute Zureden der ihn verfolgenden Beamten half nichts: Der 43-Jährige zog sich aus, ging in den Kiesweiher und versuchte, schwimmend weiter zu flüchten. Auch eine zur Unterstützung eingetroffene Streife der Polizeiinspektion Simbach und ein Diensthundeführer aus Passau konnten den Mann von außerhalb des Weihers nicht dazu bewegen, das kalte Wasser wieder zu verlassen.

Nach kurzer Zeit mussten die Einsatzkräfte erkennen, dass die Kräfte des Mannes schwanden und er schließlich sogar um Hilfe rief. Ein Beamter der Polizeiinspektion Simbach und der Diensthundeführer sprangen also in den See und retteten den 43-Jährigen.

Völlig erschöpft und unterkühlt wurde er dem Rettungsdienst übergeben und anschließend zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Dort zeigte sich auch, dass der Wohnungslose stark unter Drogen- und Alkoholeinfluss stand – was seinen beinah lebensmüden Mut erklären dürfte. Am Samstag überprüften Ärzte seine Haftfähigkeit, woraufhin der Mann in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert wurde. Neben dem Ladendiebstahl wird nun auch noch wegen Trunkenheit im Verkehr gegen ihn ermittelt.

Die beiden Polizeibeamten holten sich bei ihrer Rettungstat im kalten See ebenfalls eine Unterkühlung.

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