Artenschutz

Wasser Marsch für Kiebitze im Wallersdorfer Moos

Der Bund Naturschutz testet im Wallersdorfer Moos eine Solarpumpe für den Artenschutz. Künstliche Bewässerung könnte nun einen weiteren Baustein im Kiebitzschutz darstellen.

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Mit vereinten Kräften wurde, unter Anleitung von Sebastian Rall on der Artenschutzmanagement GmbH Tübingen, die Unterkonstruktion der Solarpaneele montiert.

Mit vereinten Kräften wurde, unter Anleitung von Sebastian Rall on der Artenschutzmanagement GmbH Tübingen, die Unterkonstruktion der Solarpaneele montiert.

Von Redaktion Landau

Auf Einladung des Landschaftspflegeverbandes Dingolfing-Landau hat sich in der vergangenen Woche eine Gruppe von 15 Menschen auf einem Grundstück des Bund Naturschutz im Wallersdorfer Moos getoffen. Anlass war der Test eines Solar-Bewässerungssystems, das insbesondere den inzwischen selten gewordenen Kiebitzen zugutekommen soll, wie die Kreisgruppe des Bund Naturschutz in einer Mitteilung schreibt.

In den vergangenen Sommern trockneten viele Feuchtstellen und Gräben im Wallersdorfer Moos aus. Für Wiesenbrüter und insbesondere Kiebitzküken stehen damit weniger geeignete Nahrungshabitate zur Verfügung und dieser Umstand führt zu einem nicht mehr ausreichendem Nahrungsangebot an Insekten und Würmern. Im schlimmsten Fall kann deswegen ein großer Teil des Kiebitznachwuchses verhungern - mit negativen Folgen für die gesamte Population. Bei dem Treffen waren Vertreter der Regierung von Niederbayern, der Unteren Naturschutzbehörde, der Landschaftspflegeverbände Dingolfing-Landau und Landshut, sowie des Bund Naturschutz vertreten.

Bereits nach kurzer Zeit sind die ersten Ackerfurchen mit Wasser gefüllt.

Bereits nach kurzer Zeit sind die ersten Ackerfurchen mit Wasser gefüllt.

Pumpensystem wurde in Tübingen entwickelt

Sebastian Rall von der Artenschutzmanagement GmbH Tübingen lieferte neben dem benötigten Material auch die technischen Details. Die Solarpumpe konnte so leicht aufgebaut werden. Das „Mobile Solarpumpensystem“ wurde im Rahmen eines Vogelschutzprojekts zur Wiedervernässung von Wiesenbrüterschutzflächen in Tübingen entwickelt und hat sich dort bereits gut bewährt. Kurz nach dem Aufbau sprudelte das Wasser auch im Wallersdorfer Moos über einen langen Schlauch in die Bodenvertiefungen.

Nachdem sichergestellt war, dass das Wasser in die gewünschte Richtung läuft und keine Nachbarflächen vernässt werden, zogen sich die Beteiligten zurück und überließen das Feld wieder seinen natürlichen Bewohnern. Diese hatten das Geschehen aufmerksam verfolgt, und schon am selben Abend waren drei Bruchwasserläufer zu beobachten, die in den gefluteten Ackerfurchen nach Nahrung suchten. Als nächstes sollten Kiebitze ihre Küken zu der neuen Wasserstelle führen, denn in dem weichen Boden können sie besser nach Nahrung suchen und von den Altvögeln werden Wasserstellen zudem gerne zum Baden, Trinken und zur Gefiederpflege genutzt, wie auch von vielen weiteren Wiesenbrüter, etwa dem Großen Brachvogel oder der Wiesenschafstelze. Rehe, Hasen, Fasane und Rebhühner profitieren in gleicher Weise von den Wasserstellen. Das Geschehen wird mithilfe von Wildkameras dokumentiert und ausgewertet.

Erfahrung mit künstlicher Bewässerung sammeln

Der Pumpentest stellt laut Bund Naturschutz einen wichtigen Schritt dar, um erste Erfahrungen mit künstlicher Bewässerung im Kiebitzschutz im Landkreis zu sammeln und biete einen weiteren Baustein der zukünftig zielgerichtet zur Stärkung der Wiesenbrüterbestände eingesetzt werden könne. Nach der Brutsaison sollen auf der Fläche dauerhaft sogenannte Seigen - flache Mulden als Feuchtbereiche - angelegt werden, die künftig, falls notwendig, von einer Pumpe gespeist werden.

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