Nach 26 Jahren

Neuer Vorsitzender für Zweckverband Abfallverwertung Südostbayern

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Zum neuen Verbandsvorsitzenden des ZAS wurde Tobias Windhorst (Mitte) am Mittwoch in der Verbandsversammlung gewählt. Seine Stellvertreter sind Max Haimerl (l.) und Michael Prestel (r.)

Zum neuen Verbandsvorsitzenden des ZAS wurde Tobias Windhorst (Mitte) am Mittwoch in der Verbandsversammlung gewählt. Seine Stellvertreter sind Max Haimerl (l.) und Michael Prestel (r.)

Der Zweckverband Abfallverwertung Südostbayern (ZAS), zu dem auch der Abfallwirtschaftsverband Isar-Inn mit den Landkreisen Dingolfing-Landau und Rottal-Inn gehört, hat nach 26 Jahren einen neuen Vorsitzenden. In der Verbandsversammlung am Mittwoch wurde der neue Landrat von Altötting, Dr. Tobias Windhorst, als Nachfolger von Landrat a.D. Erwin Schnieder gewählt. Max Haimerl, Landrat von Mühldorf, und Michael Prestel, Bürgermeister von Burgkirchen, dem Standort des Müllheizkraftwerks des ZAS, wurden zu Stellvertretern gewählt.

Schnieder erinnerte zuvor nach 26 Jahren im Amt als Verbandsvorsitzender an die drei Ziele, die er bei seiner Amtsübernahme im Jahr 2000 formuliert hatte: Die Preise für die Müllerverbrennung dauerhaft im Rahmen zu halten, die Kapitalkosten zu senken und die Auslastung des Müllheizkraftwerkes in Burgkirchen durch Abfälle, die mehr als den Marktpreis bringen, sicherzustellen.

Es sei gelungen, diese Ziele zu erfüllen, sagte Schnieder. Unter anderem weil Schulden und die damit verbundene Zinsbelastung nach und nach abgebaut wurden. Im Jahr 2012 waren die Darlehen aus der Errichtungsphase des Verbands und seines Kraftwerks vollständig zurückbezahlt. Der Zweckverband ist seitdem schuldenfrei.

Seit 2021 „auf bayernweit niedrigem Niveau“

Bei seinem Amtsantritt habe der Verbrennungspreis (ohne Ferntransport) bei 263 Euro pro Tonne gelegen, erinnerte Schnieder. Dieser Preis konnte bis 2021 auf 23 Euro pro Tonne gesenkt werden. „Seit sechs Jahren sind wir jetzt auf diesem bayernweit niedrigen Niveau“, sagte Schnieder. Der Durchschnittspreis anderer Anlagen liege bei 143 Euro pro Tonne. „Leider wurden durch die Einführung einer CO2-Abgabe über das Brennstoffemissionshandelsgesetz unsere Bemühungen um niedrige Abfallgebühren konterkariert“, sagte Schnieder weiter. Heuer müssten darum 35 Euro pro Tonne Abfall für die CO2-Abgabe von den Verbandsmitgliedern eingefordert und an den Bund abgeführt werden.

Auch das Ziel, die Auslastung des Müllheizkraftwerkes mit hochpreisigem Abfall sicherzustellen, habe erfolgreich umgesetzt werden können. Für Gewerbebetriebe, die ihren Abfälle in Burgkirchen verbrennen lassen, fallen Kosten von im Schnitt 166 Euro pro Tonne an. Mit diesen Mehrerlösen werde das Preisniveau für die Anlieferungen der Verbandsmitglieder gestützt, sagte Schnieder.

Im Jahr 2025 machte der Zweckverband bei einer Bilanzsumme in Höhe von gut 133 Millionen Euro einen Verlust von 11,4 Millionen Euro. Dieser wird über die allgemeine Rücklage ausgeglichen. Der Verlust fiel damit niedriger aus, als eingeplant: Der Jahreswirtschaftsplan war sogar von 25,1 Millionen Euro Verlust ausgegangen.

Das Müllkraftwerk erzielt gut die Hälfte seiner Einkünfte über die Kosten für die Müllanlieferung. Die restlichen Einnahmen stammen unter anderem aus der Stromerzeugung und dem Verkauf von Fernwärme sowie verwerteten Materialien. 273.938 Tonnen Müll sind 2025 im Müllheizkraftwerk verbrannt worden. Seit der Inbetriebnahme des Kraftwerks in Burgkirchen sind dort bereits 7,1 Millionen Tonnen Müll verbrannt und thermisch verwertet worden.

Steigende Kosten für Müll auf der Schiene

Neben den Neuwahlen und dem Jahresabschluss waren die gestiegenen Transportkosten für Müll auf der Schiene ein Thema in der Verbandsversammlung. Insbesondere die Umleitung von Müll in andere Heizkraftwerke steht dabei im Fokus. Die DB Cargo hat einen entsprechenden Vertrag zum Transport von Müll zum Jahresende 2026 gekündigt. Die Kosten für den Bahntransport durch das Werk Gendorf waren zuletzt um gut 175.000 Euro auf über eine Million Euro angestiegen. Insgesamt betrugen die DB Frachtkosten 2025 über drei Millionen Euro. Dazu kommen Aufwendungen in Höhe von knapp 2,7 Millionen Euro, die im Zusammenhang mit dem „hohen Umleitungsbedarf“ in andere Anlagen stehen. Künftig sollen Transporte von der Müllumladestation in Huldsessen bei Eggenfelden nach Mühldorf per Lastwagen auf der Straße erfolgen.

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