Plattling
Holger Fichtel und Graf Arco-Zinneberg im Interview: "Wir sind keine Heuschrecken"

Christoph Häusler
Erfolg versprechen sich durch Regionalität, Authentizität und Innovation Brauereidirektor Holger Fichtel (links) und Inhaber Riprand Graf von und zu Arco-Zinneberg.
Während Arcobräu wächst, schreiben andere Brauereien Verluste. Weshalb das Unternehmen schwarze statt rote Zahlen vorweist, der Kauf der Brauerei Irlbacher ein Glücksfall ist und man in Moos Bier künftig wie Öl in der Wüste behandelt, verraten Inhaber Riprand Graf von und zu Arco-Zinneberg und Brauereidirektor Holger Fichtel im Interview mit dem Plattlinger Anzeiger.
Wie bezeichnen Sie rückblickend den Kauf von Irlbacher?
Riprand Graf von und zu Arco-Zinneberg: Es ist ein einmaliger Glücksfall, weil der Kauf eine Win-win-Situation für alle Beteiligten geschaffen hat. Das ist nur in sehr wenigen Geschäften der Fall. Wir haben geholfen, eine Lösung für die Familie Poschinger-Bray zu finden, erhalten sowohl die Marke als auch 35 privilegierte Arbeitsplätze und gewinnen an Kapazität, die wir als Wachstumsbrauerei benötigen.
Nun gibt es dennoch Kritik an Ihrem Kauf. Wie nehmen Sie diese auf?
Graf Arco-Zinneberg: Wir möchten, dass diese Leistung anerkannt wird. Wenn hier der Begriff "Konzern" fällt, ist er vollkommen deplatziert. Es ist keine Konsolidierung des Biermarktes. Die Irlbacher Brauerei ist ein rechtlich unabhängiges Unternehmen bei gleichen Eigentümern.
Fichtel: Wir sind ein Unternehmen mit etwa 140 Mitarbeitern. In Straubing lobt man indes Firmen mit über 1.200 Mitarbeitern als Familienunternehmen. Da fehlt uns schon die Relation.
Es gibt viele Gerüchte: Irlbacher schmeckt auch weiterhin wie Irlbacher?
Fichtel: Ja, unbedingt. Genau diesen Biergeschmack mögen die Irlbacher Biertrinker. Deswegen haben wir auch den bisherigen Braumeister übernommen.
Graf Arco-Zinneberg: Wir wollen die Marke Irlbacher erhalten. Da wären wir ja blöd, wenn wir diese etablierte Marke kaputt machen. Irlbach verschwindet nicht, die Brauerei ist ein regionales Kulturgut und sollte auch von der Politik unterstützt werden. Die Alternativen sind immer schlechter als das, was wir leisten. Wir sind keine Heuschrecken.
Welche Alternativen?
Graf Arco-Zinneberg: Zusperren.
Fichtel: Auch in 15 Jahren brauen wir in Irlbach noch Bier. Eine solche Erklärung unterschreiben wir sofort. Wenn Regionalpolitiker davon sprechen, der Kauf sei nicht ihre Wunschlösung, können wir nur sagen: Aus wirtschaftlicher Sicht sind da Träumer an Werk.
Das vollständige Interview lesen Sie in der Wochenendausgabe des Plattlinger Anzeigers.








