Großeinsatz
Fliegerbombe am Plattlinger Bahnhof erfolgreich entschärft
Kurz nach 14.15 Uhr war die Anspannung vorbei. Die 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe, die in der Nacht zum Donnerstag am Plattlinger Bahnhof entdeckt worden war, wurde erfolgreich entschärft. Die Spezialisten des Kampfmittelräumdienstes konnten den entscheidenden Zünder unschädlich machen. Rund 410 Menschen, die zuvor den Sicherheitsbereich verlassen mussten, durften zurück in ihre Wohnungen und Häuser. Ein Großeinsatz, der bereits in der Nacht begonnen und die Stadt über viele Stunden in Atem gehalten hat, ging glimpflich zu Ende.
Begonnen hatte alles gegen 22 Uhr. Bei Bauarbeiten im Bereich der Gütergleise – direkt hinter dem Bürgersaal – stießen Arbeiter auf einen verdächtigen Gegenstand. Schnell stand fest: Im Boden liegt eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg – rund 250 Kilogramm schwer. Dieser Fund setzte eine ganze Kette von Maßnahmen in Gang. Der Bereich wurde abgesperrt, Bundes- und Landespolizei rückten an, Feuerwehr und weitere Einsatzkräfte wurden hinzugezogen. Auch der Kampfmittelräumdienst machte sich ein erstes Bild von dem Sprengkörper.
In den Morgenstunden waren jedoch entscheidende Fragen offen. In welchem Zustand befindet sich die Bombe? Sind ihre Zünder noch aktiv? Kann sie abtransportiert werden oder muss sie direkt am Fundort entschärft werden? Solange darauf keine verlässlichen Antworten vorlagen, war Vorsicht oberstes Gebot.
Rund um den Fundort wurde zunächst ein Sicherheitsradius von etwa 300 Metern festgelegt und der Pendlerparkplatz gesperrt. Auswirkungen hatte der Fund auch auf den Bahnverkehr: Der Schienenersatzverkehr wurde auf den Plattlinger Volksfestplatz verlegt.
Enge Abstimmung zwischen Einsatzkräften
Währenddessen liefen die Einsatzbesprechungen. Polizei, Kreisbrandinspektion, Kampfmittelräumdienst und Stadtverwaltung stimmten das weitere Vorgehen miteinander ab. Einsatzkräfte informierten die Menschen im Umfeld des Fundortes und gingen dabei von Haus zu Haus. Denn mittlerweile stand fest: Eine Evakuierung ist notwendig.
Um 11.30 Uhr begann die Räumung des festgelegten Bereichs. Bereits eine Viertelstunde zuvor wurden die betroffenen Straßen für den Verkehr gesperrt. Die Bundesstraße B8 blieb während der gesamten Maßnahme befahrbar. Betroffen waren der Bahnhofplatz, die komplette Eisenbahnerstraße und Josef-Dittmeier-Straße sowie Teile der Johann-Krümpel-Straße, Lagerhausstraße, Landrat-Krug-Straße, Molkereistraße, Straubinger Straße und Werkstraße. Eine wichtige Nachricht gab es zugleich: Die Grundschule, der Michaeli-Kindergarten und das BRK-Altenheim in der Luitpoldstraße lagen außerhalb des Evakuierungsbereichs.
Evakuierung und ein Bürgertelefon
Die Bürger innerhalb der Gefahrenzone wurden aufgefordert, den Bereich selbstständig zu verlassen und nach Möglichkeit bei Verwandten oder Bekannten unterzukommen. Wer keine private Anlaufstelle hatte, konnte sich in das BRK-Altenheim in der Luitpoldstraße begeben. Dort stellte das Bayerische Rote Kreuz eine Grundversorgung sicher. Zusätzlich richtete die Stadt ein Bürgertelefon ein.
Gegen 13 Uhr war der Sicherheitsbereich schließlich geräumt. Rund 410 Anwohner waren von der Evakuierung betroffen, berichtete Plattlings Bürgermeister Hans Schmalhofer im Gespräch mit unserer Redaktion. Nicht alle wurden allerdings zu Hause angetroffen. Einige befanden sich zu diesem Zeitpunkt an ihren Arbeitsstellen.
Eine organisierte Beförderung oder Unterbringung der Betroffenen war nicht erforderlich. Auch die Anlaufstelle im BRK-Altenheim wurde nur wenig genutzt. „Die meisten betroffenen Bürger hatten private Anlaufstellen“, sagte Schmalhofer.
Mittlerweile hatten die Experten die Bombe genauer untersucht und dabei festgestellt, dass der 250-Kilo-Sprengkörper über zwei Zünder verfügt – einer davon war defekt. Der zweite jedoch musste vor Ort entschärft werden. Erst danach konnte die Bombe gefahrlos abtransportiert werden.
Eine schnelle, planmäßige Entschärfung gelingt
Damit begann gegen 13.20 Uhr die wohl angespannteste Phase des Einsatzes, die Entschärfung. Rund eine Stunde, so die erste Einschätzung, könnten die Arbeiten dauern, wenn alles nach Plan verläuft. Auch Bürgermeister Schmalhofer wusste zu diesem Zeitpunkt: Noch ist nichts ausgestanden. „Erst wenn die Entschärfung des zweiten Zünders erfolgreich abgeschlossen ist, können wir aufatmen“, sagte er. Gleichzeitig hob er die Arbeit der zahlreichen Helfer hervor. Die Einsatzkräfte würden vor Ort hervorragende Arbeit leisten. Dann ging es schneller als zunächst erwartet.
Gegen 14.15 Uhr kam die Nachricht, auf die Einsatzkräfte und Anwohner gewartet hatten: Die Entschärfung ist erfolgreich beendet. Der Zünder konnte unschädlich gemacht, die unmittelbare Gefahr gebannt werden. Kurz darauf wurden die Absperrungen aufgehoben und die rund 410 betroffenen Anwohner durften zurück in ihre Häuser und Wohnungen.
Damit endete ein außergewöhnlicher Einsatz, der für Plattling mit einem nächtlichen Bombenfund begonnen hatte und am frühen Nachmittag ein erleichterndes Ende fand.























