Cham
Gemeinderat stellt sich hinter Fischer und gegen Saurer

2014 war die Welt noch in Ordnung: Inzwischen aber ist offenbar der gesamte Waffenbrunner Gemeinderat mit der Arbeit von Bürgermeister Roland Saurer (rechts vorne) höchst unzufrieden.
Der Gemeinderat von Waffenbrunn hat sich am Mittwochabend fraktionsübergreifend und geschlossen hinter Johannes Fischer und gegen Bürgermeister Roland Saurer gestellt. Das gesamte Gremium bedauerte das Ausscheiden des Baufachmanns aus Rhanwalting, das auf eigenen Wunsch erfolgte und mit gesundheitlichen und beruflichen Gründen hinterlegt war.
In einem mehr als zehnseitigen Schreiben an alle Kollegen und den Bürgermeister hatte Fischer seinen Rücktritt begründet. In der Sitzung brachte er es kurz auf den Punkt: Er komme mit der "Lügerei und dem wenigen Fleiß" des Bürgermeisters nicht zurecht. Der nichtöffentliche Teil der Januar-Sitzung habe bei ihm das Fass zum Überlaufen gebracht. Wie das Ratsgremium da vom Bürgermeister belogen worden sei, damit könne er nicht umgehen. Worum es damals ging, wurde am Mittwoch nicht behandelt. Saurer wollte die Sache in nichtöffentlicher Sitzung zur Sprache bringen, der Gemeinderat zwang ihn jedoch, das Thema bei der nächsten öffentlichen Sitzung auf die Tagesordnung zu nehmen.
Alois Platzer von den Freien Wählern gab für den CSU-Kollegen Fischer eine Ehrenerklärung ab: "Uns wird künftig ein mutiger und couragierter Gemeinderat fehlen." Fischer habe sich nicht gescheut, alle Probleme anzusprechen, sein Fachwissen der Gemeinde zur Verfügung gestellt und ihr damit Kosten erspart. Albert Seidl, CSU, wertete diese Stellungnahme Platzers als Beleg für die große Gemeinsamkeit am Waffenbrunner Ratstisch. Mehr als klar wurde aber auch, dass der gesamte Gemeinderat mit der Arbeit von Bürgermeister Saurer völlig unzufrieden ist. Saurer selbst wollte zu den teils heftigen Vorwürfen keinerlei Stellung beziehen.
Obwohl Fischers Entschluss von allen Gemeinderäten bedauert wurde, gab die Mehrheit seinem Antrag, aus dem Gremium auszuscheiden, statt. Nachrücken wird Stephan Röckl aus Rhanwalting, sofern er das Amt annimmt.
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