Im Präsentationsring
Rossmarkt in Bad Kötzting: Regen tat der guten Laune keinen Abbruch

Christa Rabl-Dachs
Rasant ging es beim Ride & Drive zu, hier Matthias Irrgang mit seinen jungen Deckhengten „Smaug“ und „Vollbeat“.

Traditionell war der Rossmarkt der Kaltblut- und Haflingerzüchtervereinigung Bayerischer Wald heuer wieder die Auftaktveranstaltung zum Pfingstwochenende. Zurück zu den Ursprüngen fand er in diesem Jahr wieder in der Unteren Au statt, da hier mit dem Vorführplatz mehr Raum für Pferde und Zuschauer war. Leider hielten sich aufgrund des andauernden Regens die Besucherzahlen etwas in Grenzen und auch der Auftrieb der Pferde zog sich zeitlich nach hinten.
In der Ehrenkutsche
Mit etwa 50 Tieren gab es aber dann doch genügend zu bestaunen und das schlechte Wetter tat der guten Laune und der Vielfalt an Vorstellungen keinen Abbruch. Den Anfang im Präsentationsring machten Michael und Fritz Bummer, die in ihrer mit Norikern bespannten Ehrenkutsche den Schirmherr Markus Hofmann, zusammen mit dem Pfingstbrautpaar Anna Maria Pielmeier und Nicklas Neubauer nebst Begleitern Thomas Fischer und Alexander Achatz in den Ring brachten. Das Stadtoberhaupt hatte die Schirmherrschaft für diese Traditionsveranstaltung wieder gerne übernommen und überreichte eine Spende.
Hans Hofmann und Alois Vogl brachten mit einem Gespann der Familie Vogl, mit dem sie trotz des schlechten Wetters bis aus Arnbruck „auf der Achs“ herkutschiert waren, den Ehrenvorsitzenden der Rosserer, Willi Schedlbauer, in den Ring. Alle aufgetriebenen Pferde und Ponys wurden an der Hand, unter dem Sattel und in der Kutsche vorgestellt. In der Hauptsache waren Süddeutsche Kaltblüter zu sehen, ist doch der Bayerische Wald neben dem Oberland Zuchtgebiet dieser Pferde. Schön anzusehen waren die verschiedenen Schaubilder, die sich die Beschicker des Rossmarktes jedes Jahr einfallen lassen.
So zeigte Stefan Schedlbauer aus Denkzell, wie vielseitig seine Pferde einsetzbar sind. Mit Sohn Florian führte er zwei Zweispänner vor, wobei einer davon eine selten gesehene Tandemanspannung war, bei der die beiden Pferde hintereinander und nicht nebeneinander gefahren werden. Später brillierte er mit Schwägerin Anna Eyerer in der Ungarischen Post und ließ es sich nicht nehmen, diese Ungarische Post auf zwei Pferden stehen und mit zwei Vorderpferden vorzustellen. Ein nicht leichtes Unterfangen, da die Pferdeleiber und Leinen inzwischen nass und dadurch sehr rutschig waren.
Die Publikumslieblinge
Publikumslieblinge bei der Schau waren einmal mehr die vorgestellten Ponys. Vor allem die Pferdefamilie von Sonja Schiegl mit ihrem Shetty-Deckhengst und Daniela Vogl, die eine Stute mit einem erst vier Wochen alten Fohlen aus beiden bei Fuß hatte. Treue Beschicker des Rossmarktes, wie etwa die Familie Zankl aus Prackenbach oder die Familien Schedlbauer/Ettl hatten sich von dem Regenwetter nicht abhalten lassen.
Ein Schaubild der besonderen Art zeigten die Osser-Rosserer um Melanie und Matthias Irrgang. Mit einem Ride & Drive stellten sie einen Wettbewerb nach, in dem Teams aus jeweils einem Reiter und Fahrer in einem Parcours gegeneinander antreten. Ihre Zuchtstuten präsentierte die Familie Lamecker aus Meinzing in einer Kalblut-Viererkoppel, eine Formation, die in Bad Kötzting schon lange nicht mehr zu sehen war.
Auch die Familie Witscher, Holzrücker aus Eibenstock im sächsischen Erzgebirgskreis, die seit vielen Jahren ihre Pferde an Pfingsten nach Bad Kötzting bringt, war mit ihren schweren Kaltblütern am Rossmarkt vertreten. Viele Zuschauer hielten aus bis zuletzt, als Siegfried Stangl aus Zwiesel und Alfons Schweikl aus Außenried noch das Beladen eines Baumwagens demonstrierten, wie es früher üblich war. Sie hatten dazu eigens den Baumwagen samt Stämmen und ihre vier Pferde mit zum Kötztinger Rossmarkt gebracht und zeigten als eingespieltes Team, wie noch ohne moderne Maschinen gearbeitet wurde.






