„Es wird spannend“
Das erwartet die Besucher der 57. Kunstausstellung in Bad Kötzting

Doris Zitzelsberger
Seit 28 Jahren kuratiert Leo Schötz die Bad Kötztinger Kunstausstellung. Die Arbeit, die er selbst in diesem Jahr präsentiert, trägt den Titel „La mano dello spirito“.
Gut eine Woche vor Beginn der 57. Bad Kötztinger Kunstausstellung sind die Wände in der historischen Kirchenburg noch kahl. Die meisten Ausstellungsstücke befinden sich im Lager. Nur wenige Exponate sind am Holzparkett aufgereiht und warten darauf, dass Kurator Leo Schötz den geeigneten Platz für sie auswählt. Was ist bei der diesjährigen Werkschau geboten? „Es wird spannend“, verspricht Schötz und fügt hinzu: „Zumal jede neue Kunstausstellung etwas ganz Besonderes ist.“
Vom 31. Mai bis 27. Juni präsentieren 74 Künstler insgesamt 113 Exponate in der Pfingstrittstadt. Malerei, Fotografien, Plastiken und Objekte: Die Traditionsveranstaltung bildet einen repräsentativen Querschnitt aktuellen Kunstschaffens ab. „Wir haben auch dieses Jahr Teilnehmer aus Tschechien mit dabei“, erzählt Schötz und zeigt auf ein großformatiges Acrylbild von Petr Kozel, das Elemente von Naturalismus und Surrealismus verbindet. Vaclav Sika dagegen ist mit konkreter Kunst vertreten. Was sich hinter seiner pink bemalten Assemblage „o.T.“ verbirgt, dazu kann sich jeder Besucher selbst Gedanken machen.
Großer Spannungsbogen
Es ist nicht nur der Mix aus unterschiedlichen Stilrichtungen, der die obligatorisch während Pfingsten stattfindende Ausstellung prägt. Für einen großen Spannungsbogen sorgt auch die Auswahl der Kunstschaffenden. Viele Namen sind von früheren Veranstaltungen her bekannt, wie etwa Hans Höcherl, die Isargilde-Vertreter Werner Claßen, Josef Mayer und Fritz Königbauer.
Aber es gibt auch diejenigen kreativen Köpfe, die zum ersten Mal in Bad Kötzting ausstellen. Wie Michael Weinfurtner aus Arnbruck. Der 25-jährige Glasbläsermeister hat Glasobjekte mit im Gepäck, die Abbildung eines filigranen Insekts mit dem Titel „Goldflug“ ist auf der Einladungskarte abgebildet.
Ebenfalls sein Debüt in der Kurstadt gibt Markus Schreiner aus Blaibach. „Der Mensch beinhaltet keine Perfektion“, heißt seine Büste aus Carrara-Marmor.
Öfter mal was Neues
Seit 28 Jahren kuratiert Leo Schötz die Ausstellung - und natürlich sind auch von ihm regelmäßig Werke zu sehen. Seine aktuelle Arbeit taufte der 62-Jährige „La mano dello spirito“, was übersetzt in etwa die „Hand des Geistes“ bedeutet. Während frühere Exponate häufig durch starke, kontrastreiche Farbigkeit auffielen, hat er dieses Mal „lediglich“ mit Bürsten und dicken Pinseln in leichten Schwüngen weiße Wischer auf die Leinwand aufgetragen. „Die Grundierung ist zur Geste geworden“, erklärt er und weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Weiß das ganze Spektrum des Lichts beinhaltet.
Öfter mal was Neues? „Man darf auch unberechenbar sein“, erwidert er mit einem Lächeln. Gern, denn auch das ist eine Voraussetzung dafür, dass die Bad Kötztinger Kunstausstellung 2025 alles andere als langweilig sein wird.
Info
Die Vernissage findet am Samstag, 31. Mai, um 19.30 Uhr statt. Dauer der Ausstellung bis 27. Juni. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 14 bis 17 Uhr, Samstag/Sonn- und Feiertag sowie während der Pfingstferien 10 bis 17 Uhr. Am Pfingstsonntag bietet Leo Schötz um 14 Uhr eine Führung an.






