„Es lebe die Kunst“

113 Werke von 77 Künstlern: 57. Kötztinger Kunstausstellung eröffnet

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Schon kurz vor Beginn der Vernissage ein vollbesetzter Saal. Vorne (v.l.) die Festredner Bürgermeister Markus Hofmann, Kurator Leo Schötz, Kulturreferentin Dr. Bärbel Kleindorfer-Marx und Schirmherr Julian Preidl.

Schon kurz vor Beginn der Vernissage ein vollbesetzter Saal. Vorne (v.l.) die Festredner Bürgermeister Markus Hofmann, Kurator Leo Schötz, Kulturreferentin Dr. Bärbel Kleindorfer-Marx und Schirmherr Julian Preidl.

Der Vorbote für die anstehenden Pfingstfeierlichkeiten in der Pfingstrittstadt ist die Bad Kötztinger Kunstausstellung, die traditionell eine Woche vor den Festtagen mit einer großen Vernissage eröffnet wird. Vom künstlerischen Schaffen anhand der von der Jury ausgewählten 113 Werke von 77 Künstlern konnten sich die Besucher am Samstag in der Kirchenburg inspirieren lassen. Zu sehen sind Plastiken, Fotografien, Malereien und Grafiken.

So wie Pfingsten ein Fest der Lebendigkeit, der Begegnung und der Erneuerung sei, übersetze die Kunst diesen Geist in Bilder, Farben und Formen, wie es Bürgermeister Markus Hofmann in seinem Grußwort formulierte. „Lassen Sie sich inspirieren, irritieren, verzaubern, und nutzen Sie diese Ausstellung auch als Ort des Dialogs und der Begegnung“, gab er den vielen Gästen mit auf den Rundgang durch die Ausstellungsräume.

Anna M. Irlbeck: „Kunst zeigt Seele 2“
Anna M. Irlbeck: „Kunst zeigt Seele 2“
Anna M. Irlbeck: „Kunst zeigt Seele 2“
Iris Schaarschmidt: „Still-Leben nach einem Fest“
Iris Schaarschmidt: „Still-Leben nach einem Fest“
Iris Schaarschmidt: „Still-Leben nach einem Fest“
Heike Drescher: „In deiner Hand I“
Heike Drescher: „In deiner Hand I“
Heike Drescher: „In deiner Hand I“
Johann Meier: „Feiervogel Phönix“
Johann Meier: „Feiervogel Phönix“
Johann Meier: „Feiervogel Phönix“
Für die musikalische Umrahmung sorgten Thomas Gruber und Sandra Koppitz.
Für die musikalische Umrahmung sorgten Thomas Gruber und Sandra Koppitz.
Für die musikalische Umrahmung sorgten Thomas Gruber und Sandra Koppitz.
Hans Höcherl: „Roter Käfer im Schnee“
Hans Höcherl: „Roter Käfer im Schnee“
Hans Höcherl: „Roter Käfer im Schnee“
Linde Kroher: „Frau mit Zopf“
Linde Kroher: „Frau mit Zopf“
Linde Kroher: „Frau mit Zopf“

Hofmann zitierte Beuys, dass jeder Mensch ein Künstler sei, und vermutet dahinter, dass es vielleicht diese Idee sei, „die alle miteinander verbindet: die Liebe zur Kreativität, zur Vielfalt - und zum Leben selbst.“

Kunst berührt

Für Julian Preidl, Mitglied des Landtags und Schirmherr der Veranstaltung, ist Kunst nicht Beiwerk, sondern Wesenskern unseres gesellschaftlichen Selbstverständnisses. In dieser Ausstellung erlebe der Besucher genau das: „Kunst, die berührt. Kunst, die fragt. Kunst, die antwortet, ohne laut zu sein.“ Als Einfluss auf die ausgestellten Werke macht er das aus, was die Heimatdichterin Emerenz Meier einmal so formuliert hat: „Ich bin ein Waldmensch. Ich liebe das Leben in der freien Natur. Ich liebe den Duft des Harzes, die Musik des Windes in den Zweigen.“ Dass der Wald nicht nur Kulisse, sondern Lebensraum, Schicksal und Spiegel der Seele sei, treffe auch auf die Kunstwerke hier in der Kirchenburg zu. „Sie sind keine Dekoration - sie sind Reflexion“ und sie dürften auch zum Lachen bringen.

Die Kulturreferentin des Landkreises Cham, Dr. Bärbel Kleindorfer-Marx, überbrachte die Grüße von Landrat Franz Löffler und zeigte sich erfreut über die große Bedeutung der Traditionsausstellung für den Landkreis. „Die Ausstellung biete der regionalen Kulturszene die Möglichkeit, ihre Werke zu präsentieren“; dies gelte auch grenzüberschreitend. Sie führte dem Publikum vor Augen, dass es für den Künstler nicht immer einfach sei, sich zu entscheiden, was er ausstelle und ob die Jury ihn berücksichtige. Insofern begrüße sie es, dass mehr als 80 Künstler insgesamt über 180 Werke eingereicht hätten.

Was macht ein Künstler?

Kurator Leo Schötz, dem es gelang, die Werke in den Ausstellungsräumen treffend in Szene zu setzen, beschäftigte die Zuhörer mit der Frage: „Was macht ein Künstler eigentlich?“ Die Antwort „Natürlich Kunst!“ ließ er nicht gelten. Und was soll es dann bitte sein? Wenn er das wüsste, hatte Picasso einmal formuliert, würde er es für sich behalten. Der sollte es eigentlich wissen, meinte Schötz. Und er kommt zu dem Schluss: „Eine absolut verbindliche und zufriedenstellende Definition von Kunst findet sich bis heute allerdings nicht.“

Gleichwohl hat der Kurator eine Antwort parat, die er auf Aristoteles begründet: „Eine wahre Idee, eine originäre Eingebung, ein geistiger und geistreicher Gedanke wird zum Motiv und nimmt Form an.“ Es ist laut Schötz also die Idee, die den Künstler antreibt. Und die Idee werde nie sterben, „da sie einen geistigen, keinen physischen Körper besitzt“.

Ein Kunstwerk sei also „ein Menschenwerk, das einer Idee entspringt“, keinen Gebrauchszweck habe, wohl aber unter anderem der Kommunikation und der persönlichen Weiterentwicklung diene und daher nicht zwingend schön sein müsse. Die reine Dekoration dagegen sei gänzlich nicht-kommunikativ. So rief er den Besuchern abschließend zu „Es lebe die Idee - es lebe die Kunst“.

Die Ausstellung in der Kirchenburg ist bis zum 27. Juni geöffnet. Montag bis Samstag: 14 bis 17 Uhr, Sonn-/Feiertage und in der Pfingstwoche: 10 bis 17 Uhr.

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