Lateinamerika

Wahllokale geöffnet: Brasilien wählt Präsidenten

Rund 159 Millionen Menschen sind zur Wahl aufgerufen.

Rund 159 Millionen Menschen sind zur Wahl aufgerufen.

Wahl-O-Mat
Von dpa

In Brasilien hat die richtungsweisende Stichwahl um das Präsidentenamt begonnen. Rund 159 Millionen Wahlberechtigte entscheiden darüber, ob der linke Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva weitere vier Jahre regiert oder der rechte Senator Flávio Bolsonaro, Sohn des früheren Präsidenten Jair Bolsonaro, erstmals Staatschef wird. Bis 17.00 Uhr (Ortszeit) werden die Wahllokale geöffnet sein, erste vorläufige Ergebnisse werden in der deutschen Nacht auf Montag erwartet.

Das Rennen zwischen den beiden Politikern gilt als äußerst knapp. In Umfragen vor der Wahl lag Flávio Bolsonaro zuletzt leicht vorn - bei der ersten Wahlrunde hatte der 45-jährige Senator rund 47 Prozent der gültigen Stimmen erhalten, Lula kam auf 45 Prozent.

Präsidentschaftskandidat Flávio Bolsonaro und seine Frau geben ihre Stimmen ab.
Präsidentschaftskandidat Flávio Bolsonaro und seine Frau geben ihre Stimmen ab.
Präsidentschaftskandidat Flávio Bolsonaro und seine Frau geben ihre Stimmen ab.
Lula will zum vierten Mal Präsident werden.
Lula will zum vierten Mal Präsident werden.
Lula will zum vierten Mal Präsident werden.

Lula bewirbt sich um vierte Amtszeit

Der 80-jährige Lula von der linken Arbeiterpartei PT bewirbt sich um eine vierte Amtszeit. Er setzt auf Sozialprogramme, staatliche Investitionen und die Fortsetzung seines Regierungskurses. Flávio Bolsonaro von der rechten Liberalen Partei (PL) wirbt mit konservativen Positionen und einem härteren Vorgehen gegen Kriminalität. „Ich glaube, es ist an der Zeit für eine echte Veränderung“, sagte Flávio Bolsonaro nach seiner Stimmabgabe in Rio de Janeiro.

Zu seinen weiteren zentralen Versprechen gehört auch eine Amnestie für seinen Vater. Jair Bolsonaro war wegen eines Umsturzversuchs zu mehr als 27 Jahren Haft verurteilt worden. Aus gesundheitlichen Gründen steht der frühere Präsident derzeit unter Hausarrest.

Wahlkampf von scharfen Angriffen geprägt

Der Wahlkampf war von gegenseitigen scharfen Angriffen geprägt. Beide Lager warfen sich unter anderem Korruption und Verbindungen zur organisierten Kriminalität vor. Die Auseinandersetzung spiegelt die tiefe politische Spaltung des größten Landes Lateinamerikas wider. Auch die Rolle des Obersten Gerichts und die Beziehungen zu den USA waren Themen im Wahlkampf.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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