Premier in Bayern
Tschechien macht bei Straße und Bahn Druck auf Deutschland
Tschechien fordert von Deutschland und Bayern dringend mehr Tempo beim Ausbau grenzüberschreitender Straßen- und Bahnverbindungen. „Es ist tatsächlich traurig, dass wir so schlechte Verkehrswege zwischen unseren Ländern haben“, sagte der tschechische Regierungschef Andrej Babis nach einem Treffen mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) in München.
Man müsse nun klären, ob die deutsche Seite wirklich am Bahn-Ausbau in Richtung Tschechien interessiert sei, sagte Babis. Er bat darum, dass die deutsche Seite für fehlende 20 Autobahn-Kilometer für den Anschluss der A93 Richtung Tschechien das nötige Geld bereitstelle. Der tschechische Regierungschef betonte, er habe dies Söder gesagt und er es auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sagen. Auf tschechischer Seite solle eine fehlende Verbindung zwischen Prag und Karlsbad bis 2029 fertiggestellt sein, möglicherweise auch früher.
Söder: „Empfinden das als peinlich“
Söder räumte ein, dass auf deutscher Seite in den vergangenen 30 Jahren zu wenig passiert sei. Deswegen sei es wichtig, den Autobahnschluss bei der A93 hinzubekommen, damit man schneller nach Tschechien fahren könne. „Wir empfinden das nach wie vor als peinlich, dass Tschechien wahrscheinlich bis Ende des Jahrzehnts alles fertig gebaut hat und Deutschland noch hinterherhinkt.“
Von vorherigen Regierungen seien die Planungen abgebrochen worden, sie müssten jetzt wieder aufgenommen werden. Beim Zug immerhin gehe es voran. „Das sind von uns zentrale Verkehrsprojekte, die wichtig sind, um wirtschaftliche Zusammenarbeit auszubauen. Da sind wir völlig einig. Das werden wir auch von bayerischer Seite massiv in Berlin einfordern“, sagte Söder.









