Staatskrise in Südamerika

Santiago Peña als Präsident Paraguays abgesetzt

Santiago Peña ist als Präsident Paraguays abgesetzt worden. (Archivbild)

Santiago Peña ist als Präsident Paraguays abgesetzt worden. (Archivbild)

Autorenprofile
Von dpa

Santiago Peña ist als Präsident Paraguays abgesetzt worden. Der Senat des südamerikanischen Landes stimmte einstimmig für die Amtsenthebung, nachdem zuvor bereits die Abgeordnetenkammer einstimmig für das vorzeitige Ende von Peñas Präsidentschaft votiert hatte, wie im paraguayischen Fernsehen zu sehen war.

Die Senatoren waren sich einig, dass Peña sich der Pflichtverletzung im Amt schuldig gemacht habe. Der Beschuldigte war selbst nicht zur Anhörung im Senat erschienen, sondern ließ sich durch seine Anwälte vertreten. Zuvor hatte er um einen Aufschub des Termins um 72 Stunden gebeten, was jedoch von den Senatoren mit deutlicher Mehrheit abgelehnt wurde. Am Vortag hatte Peña noch angekündigt, sich selbst verteidigen zu wollen.

Die Anwälte argumentierten, dass das Amtsenthebungsverfahren ins Leere laufe, da Peña seinen Rücktritt erklärt habe.

Amtsenthebung statt Rücktritt

Peña hatte am Donnerstag seinen Rücktritt eingereicht, um dem Amtsenthebungsverfahren zuvorzukommen. Doch das Rücktrittsgesuch wurde bei einer gemeinsamen Sitzung von Senat und Abgeordnetenkammer nicht angenommen. Das Gremium war nicht mehr beschlussfähig, nachdem zahlreiche Abgeordnete den Saal verlassen hatten.

Bei der Kontroverse geht es nicht zuletzt um die Frage, inwieweit Peña für eine mögliche Verwicklung in den aktuellen Bankenskandal im Land juristisch belangt werden kann. Laut Verfassung werden demokratisch gewählte ehemalige Präsidenten Senatoren auf Lebenszeit - mit der ausdrücklichen Ausnahme: wenn sie in einem Amtsenthebungsverfahren für schuldig befunden wurden. Als Senator genösse Peña parlamentarische Immunität.

Paraguay wird in diesen Tagen von finanziellen und politischen Krise erschüttert. Millionen Menschen fürchten um ihre Ersparnisse, seit die Ueno Bank, eine der größten Banken des Landes, faktisch insolvent wurde und die Zentralbank ein Abwicklungsverfahren einleitete.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

Autoren des Artikels folgen

Themen des Artikels folgen

Alle Artikel zu gefolgten Themen und Autoren finden Sie bei mein idowa

Finden, was Sie suchen: Sie können sich Artikel von idowa in der Google-Suche nun bevorzugt anzeigen lassen. Mehr Informationen zur kostenlosen Google-Funktion finden Sie auf unserer Infoseite.

Keine Kommentare


Neueste zuerst Älteste zuerst Beliebteste zuerst
alle Leser-Kommentare anzeigen
Leser-Kommentare ausblenden

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert.