Sorge vor größerem Konflikt

Rascher Vormarsch von Regierungstruppen in Syrien

Beobachter befürchten, die anhaltenden Spannungen zwischen den kurdischen Kräften und der Regierung könnten zu einem größeren Konflikt führen. (Archivbild)

Beobachter befürchten, die anhaltenden Spannungen zwischen den kurdischen Kräften und der Regierung könnten zu einem größeren Konflikt führen. (Archivbild)

Von dpa

Syrische Regierungstruppen haben im Zuge eines schnellen Vorstoßes Gebiete im Norden und Osten des Landes unter ihre Kontrolle gebracht. Die kurdisch angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) hatten zuvor ihre Truppen aus bisher von ihnen gehaltenen Gebieten zurückgezogen. Dabei war es auch zu Gefechten gekommen. Die SDF gelten als wichtiger Verbündeter der USA im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana berichtete, die Regierungstruppen hätten die nördliche Stadt Tabka sowie den Euphrat-Staudamm eingenommen. Dabei handelt es sich um den größten Staudamm des Landes.

Darüber hinaus hätten die Regierungstruppen mehrere Dörfer in der ostsyrischen Provinz Deir al-Sur eingenommen, nachdem sich SDF-Kämpfer aus dem Gebiet zurückgezogen hätten, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die SDF hätten sich zudem aus den großen Ölfeldern al-Omar und al-Tanak zurückgezogen, die daraufhin von Regierungstruppen übernommen wurden. Die Beobachtungsstelle mit Sitz in Großbritannien bezieht ihre Informationen aus einem Netz von Informanten vor Ort.

Die SDF-Truppen teilten unterdessen mit, es sei ihnen gelungen, im Bereich des Tischrin-Staudamms im Norden Syriens drei versuchte Angriffe von Kämpfern abzuwehren, die mit den Regierungstruppen verbündet seien. Dabei seien zwei Panzer und mehrere weitere Militärfahrzeuge zerstört worden. Die Gefechte dauerten dort an, hieß es in der Mitteilung. Der Staudamm ist wichtig für Wasser und Strom. Die Kontrolle darüber bringt politische, wirtschaftliche und militärische Vorteile.

Der Vorstoß der Regierungstruppen in kurdisch kontrollierte Gebiete folgte auf ein international vermitteltes Abzugsabkommen, das am Freitag von SDF-Chef Maslum Abdi angekündigt worden war, um die Spannungen zwischen beiden Seiten zu entschärfen.

Die Entscheidung zum Rückzug sei als Geste des guten Willens getroffen worden, erklärte Abdi. Sie sei Teil der Verpflichtung, ein im vergangenen Jahr geschlossenes Abkommen umzusetzen, das die Integration der SDF in die Regierungstruppen nach dem Sturz des langjährigen syrischen Machthabers Baschar al-Assad vorsieht.

Die SDF warfen der in Damaskus ansässigen Regierung jedoch vor, das Abkommen zu verletzen und in Gebiete vorzurücken, die nicht von der Vereinbarung erfasst seien.

Das Hauptquartier des US-Regionalkommandos (Centcom) für den Nahen Osten hatte die syrischen Regierungstruppen zuvor dazu aufgefordert, jegliche offensiven Einsätze in den Gebieten zwischen Aleppo und Tabka zu stoppen. Für den Kampf gegen die Terrormiliz IS sei eine koordinierte Zusammenarbeit mit den syrischen Partnern notwendig, hieß es in einer Mitteilung des Centcom-Befehlshabers Brad Cooper.

Südöstlich von Aleppo war es zuvor zu Gefechten zwischen kurdischen Milizen und Regierungstruppen gekommen. Die SDF warfen der Übergangsregierung einen „hinterhältigen Angriff“ vor. Die syrische Armee ihrerseits erklärte, ihre Truppen seien angegriffen worden. Die Übergangsregierung beschuldigt die SDF, Anhänger der gestürzten Assad-Regierung sowie PKK-Mitglieder zu dulden.

Beobachter befürchten, die anhaltenden Spannungen zwischen den kurdischen Kräften und der Regierung könnten zu einem größeren Konflikt führen.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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