Terrormiliz Islamischer Staat

IS-Rückkehrerinnen in Australien angeklagt

Bei der Ankunft der Frauen sei es teils zu chaotischen Szenen am Flughafen gekommen, berichten australische Medien.

Bei der Ankunft der Frauen sei es teils zu chaotischen Szenen am Flughafen gekommen, berichten australische Medien.

Von dpa

Drei australische Frauen mit Verbindungen zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sind nach ihrer Rückkehr nach Australien angeklagt worden. Die Vorwürfe reichen von der Haltung von Sklavinnen bis hin zur Mitgliedschaft in einer Terrororganisation, wie australische Medien berichteten. Die bereits Jahre andauernden Ermittlungen begannen den Berichten zufolge, nachdem die Frauen mit ihren Partnern, die für den IS kämpfen wollten, in den Nahen Osten reisten.

Die Frauen und ihre Kinder waren bereits am Donnerstag in Australien gelandet. In Melbourne und Sydney erschienen sie am Freitag vor Gericht.

Zuletzt hatten die Frauen im Flüchtlingslager Roj im Norden Syriens gelebt. Dort sollen sich laut australischen Medien noch etwa 20 weitere Frauen und Kinder mit Verbindungen zum IS befinden, die in den kommenden Wochen versuchen könnten, ebenfalls nach Australien zurückzukehren.

Vor ihrer Rückkehr nach Australien sollen die Frauen und ihre Kinder mehrere Jahre im Roj-Lager gelebt haben. (Archiv)

Vor ihrer Rückkehr nach Australien sollen die Frauen und ihre Kinder mehrere Jahre im Roj-Lager gelebt haben. (Archiv)

Gegen zwei der zurückgekehrten Frauen, eine Mutter und ihre Tochter, seien Anklagen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit erhoben worden. Vergleichbares habe es in Australien bisher nicht gegeben, was den Fall historisch bedeutsam mache, schrieb die Zeitung „Sydney Morning Herald“. Das Interesse an den in australischen Medien „IS-Bräute“ genannten Frauen ist groß. Premierminister Anthony Albanese sagte den Berichten zufolge, er habe „keinerlei Sympathie“ für die Frauen und begrüße die Gerichtsverfahren.

Die drei Frauen seien heute 31, 32 und 53 Jahre alt. Bei ihrer Ankunft sei es zu teils chaotischen Szenen am Flughafen gekommen, berichteten australische Medien. Eine vierte Frau, die den Angaben zufolge ebenfalls am Donnerstag einreiste, sei zunächst nicht festgenommen worden.

Zwei der Angeklagten, der Mutter und ihrer Tochter, werde vorgeworfen, eine jesidische Frau als Sklavin gehalten zu haben. Ein Vertreter der jesidischen Gemeinschaft in Australien, Sami Sheebo, sprach im „Sydney Morning Herald“ von „schmerzhaften Erinnerungen und emotionalen Narben“, insbesondere bei Frauen, „die Gefangenschaft und Sklaverei durch den IS erdulden mussten“.

Im Jahr 2014 hatte der IS das Siedlungsgebiet der Jesiden im Nordwesten des Iraks angegriffen. Ziel war es, die jesidische Religion zu vernichten, indem ihre Angehörigen zwangskonvertiert, religiös umerzogen, verschleppt, versklavt, Frauen und Mädchen vergewaltigt und Männer, die nicht konvertieren wollten, ermordet wurden.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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