Leichtsinn und böser Wille

Waldbrände haben nur in Ausnahmefällen natürliche Ursache

Spanien, Italien, Frankreich, Deutschland  - Waldbrände gab es in diesem Sommer in mehreren europäischen Ländern. Soweit die Ursache ermittelt werden kann, ist in aller Regel menschliche Unachtsamkeit oder böser Wille die Ursache. (Symbolbild)

Spanien, Italien, Frankreich, Deutschland - Waldbrände gab es in diesem Sommer in mehreren europäischen Ländern. Soweit die Ursache ermittelt werden kann, ist in aller Regel menschliche Unachtsamkeit oder böser Wille die Ursache. (Symbolbild)

Von dpa

Nur ein sehr geringer Anteil der Waldbrände in Deutschland hat natürliche Ursachen. Soweit ermittelt werden kann, ist sehr häufig menschlicher Leichtsinn oder böser Wille die Ursache. Das sagt Alexander Lührig, der Leiter der Allianz Agrarversicherung, unter Berufung auf Daten der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). In nur rund drei Prozent aller Fälle hat ein Feuer im Wald natürliche Ursachen - in der Regel Blitzschlag. Der größte deutsche Versicherer sieht wegen der Trockenheit ein deutlich erhöhtes Risiko großer Waldbrände. „Der Klimawandel zündet keine Wälder an, er legt das Brennmaterial bereit“, sagt Lührig. „Und dann brennt es schneller und heißer.“

Zigaretten, Grillen, Lagerfeuer - und Brandstiftung

Die amtlichen Zahlen für das Jahr 2025: Drei Prozent der Waldbrände hatten demnach eine natürliche Ursache, meist Blitzschlag. In fast der Hälfte der Fälle (46 Prozent) konnten die Ursachen nicht geklärt werden. In 27 Prozent aller Fälle war Fahrlässigkeit die Ursache, in 19 Prozent Vorsatz. Zieht man nur die aufgeklärten Fälle in Betracht, haben 95 Prozent der Waldbrände menschliche Ursachen, wie Lührig erläutert. „Wo sie geklärt wird, ist es fast immer der Mensch: Zigaretten, Grillen, Lagerfeuer, Brandstiftung.“

Feuer dieses Sommers Folge einer mehrjährigen Entwicklung

Die Feuer dieses Sommers sind nach Einschätzung des Allianz-Managers Folge einer Verkettung von Krisen über mehrere Jahre hinweg. „Trockenheit schafft ideale Bedingungen für den Borkenkäfer“, sagt Lührig - die Insekten hatten in der ersten Hälfte dieses Jahrzehnts hohe Schäden angerichtet und in mehreren Bundesländern große Fichtenbestände zum Absterben gebracht. „Die geschädigten Bäume hinterlassen Totholz, während Hitzestress Gräser, Nadeln und andere Feinmaterialien absterben lässt“, sagt Lührig. Damit sammelt sich leicht entzündlicher Brennstoff auf dem Waldboden. „Wenn dann die nächste Dürre- und Hitzeperiode kommt, trifft sie auf einen bereits vorgeschädigten Wald mit deutlich mehr brennbarem Material.“

Die Versicherungsbranche beschäftigt sich intensiv mit den Folgen des Klimawandels, da die Schäden durch Naturkatastrophen im langfristigen Schnitt steigen und die Unternehmen ihre Risiken möglichst genau kalkulieren müssen.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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