Drohende Exkommunikation

Verbotene Weihen bei den Piusbrüdern - Papstappell scheint verhallt

Die letzte Warnung war wohl vergebens: Eindringlich hatte der Papst noch persönlich versucht, die Piusbrüder umzustimmen. Doch mit ihren Bischofsweihen heute droht ihnen nun der Ausschluss aus der Kirchengemeinschaft.

Seit 1978 ist in Zaitzkofen im Landkreis Regensburg eine von mehreren internationalen Ausbildungsstätten für künftige Priester der traditionalistischen Bruderschaft Sankt Pius X. (Archiv)

Seit 1978 ist in Zaitzkofen im Landkreis Regensburg eine von mehreren internationalen Ausbildungsstätten für künftige Priester der traditionalistischen Bruderschaft Sankt Pius X. (Archiv)

Wahl-O-Mat
Von KNA - Katholische Nachrichtenagentur

Die traditionalistischen Piusbrüder wollen am Morgen wie angekündigt vier Priester ihrer Gemeinschaft in der Schweiz zu Bischöfen weihen - gegen das ausdrückliche Verbot von Papst Leo XIV. Damit droht ihnen automatisch die Exkommunikation, also der Ausschluss aus der Kirchengemeinschaft.

Eindringlich hatte der Papst die erzkonservative Gemeinschaft am Dienstag noch einmal beschworen, die Weihen abzusagen. Die Traditionalisten lehnen viele kirchliche Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) ab. Streitpunkte sind vor allem Religionsfreiheit, Ökumene und Formen des katholischen Gottesdienstes.

Der Gemeinschaft gehören weltweit mehr als 700 Priester an, die meisten davon in Nordamerika und in Frankreich. Schon 1988 waren nach der unerlaubten Weihe von vier eigenen Bischöfen ihr französischer Gründer, Erzbischof Marcel Lefebvre (1905-1991), sowie die Geweihten durch den Vatikan exkommuniziert worden.

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Benedikt XVI. (2005-2013) hob diese Beugestrafe zwar 2009 auf; zu einer theologischen Einigung kam es aber seither nicht. Am Mittwoch nun sollen in Écône im Wallis wieder, vom Papst nicht erlaubt, vier Männer zu Bischöfen geweiht werden, um den Priesternachwuchs der Gemeinschaft sicherzustellen: ein Schweizer, ein US-Amerikaner sowie zwei Franzosen.

Antwort "in kindlicher Ergebenheit"

Der Vatikan und auch Leo XIV. warnten die Bruderschaft bis zuletzt. Leo bat sie, "das geistliche Wohl der Gläubigen sorgfältig zu bedenken". Denn durch den schismatischen Akt der Weihe würden sie ihre Anhänger des "Empfangs der Sakramente berauben", die sie doch suchten. Ausdrücklich würdigte der Papst die große Verbundenheit der Piusbrüder mit der Liturgie, ihr Engagement in der Priesterausbildung und ihren "Wunsch nach Treue zur Tradition". Die Kirche sei "offen für einen Weg des Dialogs und der Verständigung".

Der Generalobere der Bruderschaft, Davide Pagliarani, dankte dem Papst am Vorabend der Weihen "in kindlicher Ergebenheit" für seine "väterliche Fürsorge". In seinem Antwortschreiben an Leo XIV. argumentiert er, der Heilige Stuhl habe "bewiesen, dass er sehr komplexe Situationen zu verstehen vermag und sich Zeit zu nehmen weiß". Daher bitte er den Papst darum, sich vor einer Erklärung des Schismas "die notwendige Zeit" für die Unterscheidung zu nehmen.

1988 war am Tag nach der Bischofsweihe das vatikanische Dekret gefolgt, das die mit der Tat automatisch eingetretene Exkommunikation bestätigte. Kirchenrechtler rechnen mit einem ähnlichen Prozedere auch für dieses Mal.

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