Exhumierungen

Todespfleger: Ermittlungen in mehr als 120 weiteren Fällen

Die Staatsanwaltschaft Aachen ermittelt mittlerweile in mehr als 120 weiteren Verdachtsfällen. (Archivbild)

Die Staatsanwaltschaft Aachen ermittelt mittlerweile in mehr als 120 weiteren Verdachtsfällen. (Archivbild)

Von dpa

Der Fall eines bereits wegen zehnfachen Mordes verurteilten Krankenpflegers nimmt immer größere Dimensionen an. Die Aachener Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen in mehr als 120 weiteren Verdachtsfällen, teilte eine Sprecherin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Bislang seien 39 Exhumierungen durchgeführt worden. Die ebenfalls ermittelnde Kölner Staatsanwaltschaft hat nach Angaben eines Sprechers inzwischen sieben Leichen exhumieren lassen.

Das Aachener Landgericht hatte den Ex-Pfleger im vergangenen November wegen zehnfachen Mordes und 27-fachen Mordversuchs zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Das Gericht stellte auch die besondere Schwere der Schuld fest - eine Freilassung nach 15 Jahren ist damit in der Regel ausgeschlossen.

Laut Urteil hatte der Mann während seiner Nachtschichten in einer Klinik in Würselen schwer kranken Menschen eigenmächtig überhöhte Mengen an Beruhigungsmitteln verabreicht - teils in Kombination mit Schmerzmitteln und teilweise auch mehrfach. Auslöser sollen ein persönliches Störgefühl und eine eigene Vorstellung von Ordnung gewesen sein. Der Pfleger hatte die Vorwürfe im Prozess zurückgewiesen.

Die abgeurteilten Taten hatte der Deutsche zwischen Dezember 2023 und Mai 2024 begangen. Bei den aktuellen Ermittlungen geht es um mögliche Tötungsdelikte vor diesem Zeitraum. Der Mann hatte bereits seit 2020 an der Klinik in Würselen gearbeitet. „Die Ermittlungen reichen derzeit bis September 2022 zurück“, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Es könnten also noch weitere Verdachtsfälle hinzukommen.

Die Aachener Staatsanwaltschaft hatte schon nach dem Urteil angekündigt, dass sie voraussichtlich eine weitere Anklage gegen den Pfleger erheben werde. Wann es so weit ist, sei derzeit nicht absehbar, sagte die Sprecherin nun. „Vermutlich im Laufe des nächsten Jahres.“

Die Staatsanwaltschaft in Köln ermittelt ebenfalls wegen möglicher Tötungsdelikte. Denn der Mann hatte bis 2020 in einer Kölner Klinik gearbeitet. „Die sehr komplexen Ermittlungen werden noch viel Zeit in Anspruch nehmen“, teilte der Sprecher mit.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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