78. Verhandlungstag
Delling im Block-Prozess: „Noch nie so viele Tränen gesehen“
In der Schlussphase des Prozesses um die Entführung der Block-Kinder hat Christina Blocks Lebensgefährte, Gerhard Delling, die Vorwürfe der Anklage erneut bestritten. „Ich war weder beteiligt noch hatte ich eine Ahnung davon“, sagte der 67-Jährige vor dem Landgericht Hamburg. Das Verfahren, in dem er wegen Beihilfe angeklagt ist, habe sein Leben „extrem beeinträchtigt“. Er bitte die Richter um Unvoreingenommenheit beim Hören seiner Erklärung.
Die 53 Jahre alte Hamburger Unternehmerin Block ist angeklagt, nach einem erbitterten Sorgerechtsstreit eine israelische Sicherheitsfirma damit beauftragt zu haben, ihre damals 13-jährige Tochter und den zehnjährigen Sohn vom Wohnort des Vaters Stephan Hensel in Dänemark nach Deutschland zu entführen. Die Kinder wurden erst nach Süddeutschland, dann nach Hamburg gebracht. Christina Block, Tochter des Gründers der Steakhaus-Kette Block House, Eugen Block, beteuert ihre Unschuld.
Kinder lebten seit Sommer 2021 beim Vater
Hensel hatte die beiden jüngsten Kinder des Ex-Paares nach einem Wochenendbesuch im August 2021 nicht nach Hamburg zurückgebracht. Als Grund nannte er damals Gewaltvorwürfe, die seine frühere Ehefrau bestreitet. Sie hatte Hensel wiederum vorgeworfen, den Jungen und das Mädchen zu manipulieren und zu entfremden.
„Die Kinder hatten keine Angst vor ihrer Mutter, sie waren eng mit ihr verbunden“, sagte Delling. In seiner Anwesenheit habe er niemals Gewalt seiner Partnerin gegen ihre Kinder erlebt - sonst wäre er nicht bei ihr geblieben. „Ich habe noch nie so viele Tränen gesehen“, berichtete der Angeklagte in seiner mehrstündigen Erklärung über die Verzweiflung der Mutter, die seit Jahren keinen Kontakt zu ihren Kindern in Dänemark hat. Delling hatte bereits im September 2025 eine lange Erklärung abgegeben.
Nur einer von sieben Angeklagten hat Vorwürfe eingeräumt
Delling soll laut Staatsanwaltschaft das Zusammentreffen Blocks mit ihrem Sohn und der Tochter am 1. Januar 2024 in Baden-Württemberg organisiert und ihre gemeinsame Rückkehr nach Hamburg koordiniert haben. Delling wird außerdem verdächtigt, gegenüber Kriminalbeamten falsche Angaben gemacht zu haben. Ein 37-Jähriger aus Israel ist der einzige der insgesamt sieben Angeklagten, der die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft eingeräumt hat.












