Sommerhitze

Coole Orte: Wo die Hitze ihre Macht verliert

Coole Orte hat Deutschland viele, nicht nur unter dem Rasensprenger am Reichstag.

Coole Orte hat Deutschland viele, nicht nur unter dem Rasensprenger am Reichstag.

Von dpa

Draußen glüht der Asphalt. Wer jetzt der Hitze entkommen will, muss nicht gleich ans Polarmeer reisen: Auch an bestimmten Orten in Deutschland kann es im Hochsommer überraschend kalt sein. Ein kleiner Streifzug durch Inseln der Kälte - von unterirdisch bis sakral.

Tief im Felsen ist die Luft von der Außentemperatur entkoppelt. Was sich über Jahrtausende aufgebaut hat, lässt sich von so einer Hitzewelle lange nicht beeindrucken. Das ganze Jahr herrschen in Tropfsteinhöhlen wie der Atta-Höhle in Attendorn (Nordrhein-Westfalen) oder der Iberger Tropfsteinhöhle im Harz (Niedersachsen) um die 10 Grad Celsius.

Bestaunen lassen sich während der angenehmen Abkühlung dann Stalaktiten und Stalagmiten, also Gesteinszapfen, die von der Decke hängen oder aus dem Boden wachsen. In der Wimsener Höhle bei Hayingen auf der Schwäbischen Alb (Baden-Württemberg) kann man sogar auf flachen Kähnen durchs Wasser schippern.

In der Iberger Tropfsteinhöhle herrschen um die 10 Grad Celsius. (Archivbild)
In der Iberger Tropfsteinhöhle herrschen um die 10 Grad Celsius. (Archivbild)
In der Iberger Tropfsteinhöhle herrschen um die 10 Grad Celsius. (Archivbild)
In den Stollen unter dem Erzgebirge gibt es kühle 8 Grad Celsius. (Archivbild)
In den Stollen unter dem Erzgebirge gibt es kühle 8 Grad Celsius. (Archivbild)
In den Stollen unter dem Erzgebirge gibt es kühle 8 Grad Celsius. (Archivbild)
Die Hamburger Kunsthalle sieht für ihre Exponate gleichbleibende wohltemperierte 18 bis 22 Grad vor. (Archivbild)
Die Hamburger Kunsthalle sieht für ihre Exponate gleichbleibende wohltemperierte 18 bis 22 Grad vor. (Archivbild)
Die Hamburger Kunsthalle sieht für ihre Exponate gleichbleibende wohltemperierte 18 bis 22 Grad vor. (Archivbild)
Im Ulmer Münster wird es der Pfarrerin zufolge «nie wärmer als 18 Grad Celsius». (Archivbild)
Im Ulmer Münster wird es der Pfarrerin zufolge «nie wärmer als 18 Grad Celsius». (Archivbild)
Im Ulmer Münster wird es der Pfarrerin zufolge «nie wärmer als 18 Grad Celsius». (Archivbild)
Wenn es mal nicht das süße Eis zum Schlecken sein soll, hilft Schlittschuhfahren zur Abkühlung. (Archivbild)
Wenn es mal nicht das süße Eis zum Schlecken sein soll, hilft Schlittschuhfahren zur Abkühlung. (Archivbild)
Wenn es mal nicht das süße Eis zum Schlecken sein soll, hilft Schlittschuhfahren zur Abkühlung. (Archivbild)

Was einst Bergleute im Schweiße ihres Angesichts in den Fels schlugen, kann heute auf ganz natürliche Weise vor extremer Hitze schützen. Dank des Gesteins halten ehemalige Bergwerke und Stollen ihre Temperaturen das ganze Jahr stabil kühl. Da können draußen gut und gerne Föhn, Gewitter oder Hochdruckwetter herrschen. Schöner Nebeneffekt: Mit gekühltem Kopf lassen sich industriegeschichtliche Ausstellungen oder Führungen in den Bergwerken noch mehr genießen.

Im Salzbergwerk Berchtesgaden (Bayern) etwa, wo seit 1517 Salz abgebaut wird, herrschen konstant 12 Grad. An mehreren traditionsreichen Orten der Unesco-Welterberegion Erzgebirge (Sachsen) gibt es unter Tage kühlende 8 Grad.

Museen und Galerien regulieren ihre Raumtemperatur nicht nur für das Wohlbefinden ihrer Besucher, sondern auch für den Erhalt ihrer Ausstellungsstücke. Gemälde und andere empfindliche Materialien vertragen keine zu hohen Temperaturen oder große Schwankungen. Und was der Kunst nützt, kann also auch dem Menschen zugutekommen.

Als eines der bedeutendsten deutschen Museen sieht etwa die Hamburger Kunsthalle für ihre Exponate eine gleichbleibende Temperatur zwischen 18 und 22 Grad vor - im Vergleich deutlich kühler und angenehmer als 35 Grad auf der Straße.

Massive Steinmauern, hohe Gewölbe, kaum direkte Sonneneinstrahlung: Kirchen und Kathedralen sind ideale Hitzeschutzräume - und das ohne jede Klimaanlage. Der Grund: Die dicken Mauern speichern die Kälte der Nacht und geben sie über den Tag nur langsam ab. Besonders in der Krypta, also der tiefer liegenden Unterkirche, ist es dabei besonders kühl. Viele Gotteshäuser stehen tagsüber offen - auch für Nicht-Gläubige. Während draußen 35 Grad herrschen, zeigt das Thermometer im Kirchenschiff oft mindestens 10 Grad weniger an.

Im Inneren des Ulmer Münsters (Baden-Württemberg) mit dem zweithöchsten Kirchturm der Welt (Grundsteinlegung im Juni 1377) wird es „nie wärmer als 18 Grad Celsius“, wie seine Pfarrerin im vergangenen Jahr dem „Sonntagsblatt“ verriet.

Wer es richtig kalt haben will, muss am besten nach Eis Ausschau halten. Aber nicht nur nach dem zum Schlecken in der Waffel, sondern besonders nach dem in Wintersportanlagen. Denn dort herrschen Temperaturen um oder unter dem Gefrierpunkt.

Die meisten Eishallen machen zwar den Sommer über dicht, aber nicht alle: In der Skihalle in Neuss (Nordrhein-Westfalen) etwa beträgt die Temperatur ganzjährig ungefähr minus 3 Grad, in Hamburg minus 1 Grad. Für Schlittschuhfahrer werden Indoor-Eisflächen in Willingen (Hessen), Bad Sachsa (Niedersachsen) oder Oberstdorf (Bayern) permanent frisch gehalten.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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