Kunst und Politik

Künstler Heinz Mack: KI ist der Kunst unterlegen

Artikel vorlesen
ZERO-Künstler Heinz Mack sieht seine Kunst auch als Opposition gegen eine «hässliche Welt».

ZERO-Künstler Heinz Mack sieht seine Kunst auch als Opposition gegen eine «hässliche Welt».

Von dpa

Für ZERO-Künstler Heinz Mack (94) wird Künstliche Intelligenz (KI) nie an die Kunst heranreichen. „KI ist sicher eine neue Realität mit größter Zukunft“, sagte Mack, der am 8. März 95 Jahre alt wird, der Deutschen Presse-Agentur. „Die Künstliche Intelligenz ist aber von der künstlerischen Intelligenz weit entfernt, und wird sie wahrscheinlich nie erreichen.“

Zwar bejahe er sehr „die phänomenalen Möglichkeiten der KI“, sagte Mack in dem schriftlich geführten Interview. „Was den Menschen aber auszeichnet, ist sein Bewusstsein. Ohne dieses gäbe es keine über 2.000 Jahre alte Philosophie.“

Er selbst habe weder Mobiltelefon noch Computer, sagte Mack. Er könne beides auch nicht bedienen. Aber er lese Zeitungen und sehe Filmberichte. Sorge bereitet ihm die autokratische Entwicklung vieler Staaten auf der Welt. Demokratien sollten sich nach Macks Ansicht bereitfinden, einen einheitlichen Staatenbund zu bilden. Andernfalls könnten sie sich nicht in der Welt behaupten.

„Was ich mit Empörung und gleichermaßen mit Hilflosigkeit wahrnehme, ist, dass in vielen Ländern die Staatsgewalt unumschränkt in der Hand eines einzelnen Menschen liegt, dessen autokratisches Selbstbewusstsein seine Eleven noch fördern.“

„Meine Kunst ist auch eine Art Opposition gegenüber der Hässlichkeit der Welt und gegenüber den Mächten, die hemmungslos zerstören, was andere aufgebaut haben“, sagte Mack. „Und außerdem bekenne ich mich zur Schönheit in einem universalen Sinn, die von vielen infrage gestellt wird.“

Mack und sein Studienkollege Otto Piene (1928-2014) hatten Ende der 1950er Jahre die ZERO-Gruppe begründet, der sich später auch Günther Uecker (1930-2025) anschloss. Die ZERO-Bewegung markierte einen Neubeginn in der Kunst und einen Bruch mit Konventionen. Ihre avantgardistische Ästhetik beeinflusst Künstler bis heute. Macks Lichtrotoren, Raster, Farbprismen, Spiegelobjekte und glitzernde Stelen gelten als Klassiker der Nachkriegskunst und werden hoch gehandelt.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

Folgen Sie Themen dieses Artikels:

Alle Artikel zu gefolgten Themen und Autoren finden Sie bei mein Idowa

Keine Kommentare


Neueste zuerst Älteste zuerst Beliebteste zuerst
alle Leser-Kommentare anzeigen
Leser-Kommentare ausblenden

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert.

merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.