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Nicht nur der Zeichner von „Birne“ - Hans Traxler ist tot

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Der Karikaturist und Autor Hans Traxler.

Der Karikaturist und Autor Hans Traxler.

Von dpa

Elche, Gummibärchen und natürlich „Birne“ - Hans Traxler verband in einer langen Karriere als Zeichner, Autor und Karikaturist Politik, Humor und Literatur. Nun ist der 1929 in Nordböhmen im heutigen Tschechien geborene Künstler im Alter von 97 Jahren in Frankfurt am Main gestorben.

Wer in den 80er Jahren lebte, kannte den damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl auch unter dem spöttischen Beinamen „Birne“ - auch dank Traxler. Denn der hatte für ein Satiremagazin den CDU-Regierungschef entsprechend gezeichnet.

Doch auch wenn Traxler zu den Mitbegründern von „Titanic“ und „Pardon“ gehörte: „Die Arbeit als politischer Karikaturist, das war nie das Ganze, sondern auch zu meiner Zeit bei Pardon vielleicht ein Drittel meiner Arbeit“, hatte Traxler kurz nach seinem 90. Geburtstag der Deutschen Presse-Agentur gesagt.

Hans Traxler, Mitgründer der Satiremagazine 'Pardon' und 'Titanic', ist tot, wie seine Familie mitteilt. (Archivbild)

Hans Traxler, Mitgründer der Satiremagazine "Pardon" und "Titanic", ist tot, wie seine Familie mitteilt. (Archivbild)

Er wollte, „dass etwas bleibt“

Traxler wollte, „dass etwas bleibt von dem, was ich mache“. Das sei auch ein Motiv gewesen, mit den politischen Zeichnungen für Magazine aufzuhören: Das sei vor allem tagesaktuelle Arbeit gewesen. „Das war mir nicht genug. Ich wollte schon gerne in Erinnerung bleiben“, begründete Traxler, warum er später Bildergedichten und Buchillustrationen den Vorzug gab.

Den Zeichenstift entdeckte Traxler schon früh: Seine erste Bildergeschichte entstand im Alter von fünf Jahren. Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt er als 16-Jähriger Zeichenunterricht vom ehemaligen Direktor der Prager Akademie, den es wie ihn nach Regensburg verschlagen hatte. Schon im Alter von 17 Jahren zeichnete er für Illustrierte.

„Fließbandarbeit“ hielt ihn über Wasser

„Ich habe eigentlich seit meinem 17. Lebensjahr als Karikaturist gearbeitet und immer davon gelebt. Ich hatte nie eine andere Einkommensquelle“, hielt Traxler Rückschau. In sonderlich guter Erinnerung hatte er die Zeit, in der er innerhalb eines Jahres rund 1.000 Zeichnungen produzierte, allerdings nicht: „Eine ziemliche Fließbandarbeit, muss ich sagen. Ich denke ungern daran zurück. Aber es hat mich über Wasser gehalten.“

Fünf Elche sollt ihr sein

Auch während seines Studiums an der Frankfurter Städelschule blieben diese Arbeiten ein Mittel, um den Lebensunterhalt des Kunststudenten zu finanzieren. Traxler war Mitglied der Künstlergruppe der „Neuen Frankfurter Schule“, in einer bekannten Traxler-Zeichnung als fünf Elche dargestellt. Er legte aber Wert darauf, einen Stil zu entwickeln, den jeder sofort erkannte.

Das gelang ihm mit Situationskomik, die manche boshafte Spitze hatte, ohne hämisch oder verletzend zu sein. Auch wenn er Politiker, Päpste oder sonstige bekannte Persönlichkeiten zeichnete: Manches berühmte Traxler-Werk ist buchstäblich „tierisch“.

Tierische Themen

Sein Buch „Aus dem Leben der Gummibärchen“ war in den 1990er Jahren das erste Buch eines deutschen Cartoonisten, das in den USA verlegt wurde. Seine gezeichneten Kindheitserinnerungen über das Leben auf einem böhmischen Bauernhof, Schultüte und Kriegserfahrungen trug den Titel „Mama, warum bin ich kein Huhn?“.

Seine literarischen Kinderbücher über Schriftsteller wie Goethe, Heine, Shakespeare oder auch Mark Twain lagen ihm besonders am Herzen: „Ich nehme das Kinderbuch genauso ernst wie ein Buch für Erwachsene.“

Auch nach seinem Abschied aus dem Tagesgeschäft blieb Traxler kreativ, teilt das Caricatura Museum Frankfurt mit, wo sich sein künstlerischer Nachlass befindet. 2025 erschien unter anderem das Buch „Die Bildergedichte“ mit Klassikern und vielen neuen Bilderserien des Künstlers.

Hans Traxler starb am 24. August in Frankfurt, wie das Caricatura Museum und die Stadt im Namen der Familie des Künstlers bekanntgaben.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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