Tipps
Zwei Halloweenfilme – einer für Gruselfans und einer für Angsthasen
Während viele den Horror kaum erwarten können, gruselt es manchen schon allein bei der Vorstellung von Kettensägen und abgetrennten Gliedmaßen. Damit sowohl Gruselfans als auch Angsthasen den Halloween-Abend genießen können, haben wir zwei Tipps. Beide Filme enthalten zwar gruselige Elemente, bewahren den Zuschauer jedoch vor unschönen Albträumen.
Tipp eins: Eine untote Braut und Gesangseinlagen
Wenn man einen einzigen Halloween-Regisseur küren müsste, wäre das Tim Burton. Mit seinen Stop-Motion-Filmen, die physische Puppenspiele Bild für Bild darstellen, hat er es in zahlreiche DVD-Regale geschafft – so wahrscheinlich auch mit „Corpse Bride – Hochzeit mit einer Leiche“.
Darum geht’s: Der schüchterne Bräutigam Victor verpatzt bei der arrangierten Hochzeit sein Gelübde und flieht in den Wald, um es noch mal zu üben. Dabei scheint alles gut zu laufen, bis er versehentlich den Ehering an einen Ast steckt. Der Ast ist jedoch die Hand der Leichenbraut Emily, die Victor damit in das Land der Toten zieht. Victor muss sich nun entscheiden: Wen will er heiraten? Seine empathische Leichenbraut oder die vorgesehene Lebende?
Das Besondere: Die Gesangseinlagen, komponiert von Danny Elfman, sind in vielen von Tim Burtons Stop-Motion-Filmen zu hören. Doch die Welt der Lebenden stellt sich hier als triste, kalte Welt heraus, während das Land der Toten farben- und lebensfroh ist – untermalt von fröhlichem Jazz und Swing. Die umgedrehten Welten beweisen: Lebendigkeit entspringt eher aus Geist und Freude statt aus einem schlagenden Herzen.
Fazit: In bekannter Tim-Burton-Manier begibt man sich auf eine Geisterbahnfahrt der Gefühle. Das einzig richtig Schaurige ist der Soundtrack, mit dem man sich direkt in das viktorianische Dorf von Victor teleportiert fühlt.
„Corpse Bride – Hochzeit mit einer Leiche“, 2005, Dark Fantasy, 77 Minuten, verfügbar auf Prime Video, freigegeben ab sechs Jahren.

Kane Skennar/Weltkino Filmverleih
„5 Zimmer Küche Sarg“ zeigt: Auch Vampire müssen sich mit dem Abwasch beschäftigen.
Tipp zwei: Eine zur Ewigkeit verdammte Wohngemeinschaft
Es gibt unzählige Vampirfilme. Sie wollen mit ihrer Ästhetik zubeißen und uns bluten sehen. Aber ein Film braucht das nicht, um uns an den Fernseher zu ketten: die Vampir-Mockumentary „5 Zimmer Küche Sarg“.
Darum geht’s: Ein Kamerateam begleitet eine vierköpfige Vampir-WG in Wellington, Neuseeland. Durch die Linse bekommt man deren Alltag, aber auch Streitigkeiten unter den Vampiren zu sehen. Zwar ist das Kamerateam mit Knoblauch und Kruzifixen vor den blutigen Bissen geschützt, die Nahrungssuche der Vampire bleibt aber nicht ungesehen. Die Geschichte erreicht ihren Höhepunkt, als Neuling Nick zum Vampir wird und damit einen grausigen Vampirjäger auf die WG aufmerksam macht.
Das Besondere: Der Film ist nicht nur im Stil einer Reality-TV-Dokumentation gedreht, die Hauptdarsteller improvisieren sogar auf Wunsch der Regisseure Taika Waititi und Jemaine Clement. Sie brechen damit klassische Vampirklischees und zeigen, dass uralte Vampire die gleichen Alltagssorgen haben wie Menschen ohne Fangzähne: den gehäuften Abwasch. Als Indie-Low-Budget-Film konnte er sich in der Branche durchschlagen und führte zu einer nachfolgenden, preisgekrönten US-Serie („What We Do in the Shadows“).
Fazit: Von Kritikern wurde „5 Zimmer Küche Sarg“ bereits zum Kultfilm gekrönt. Mit der humorvollen Kamerabegleitung bleibt er die einzige nennenswerte Mockumentary im Horror-Genre – und damit eine unheimlich gute Unterhaltung für den Halloweenabend auf dem Sofa. Laura Mildenberger
„5 Zimmer Küche Sarg“, 2014, Mockumentary, 86 Minuten, verfügbar auf Disney+, freigegeben ab zwölf Jahren.










