Klimawandel

Weinlese so früh und so kurz wie noch nie

Trockenheit und Hitze setzten den Trauben zu. (Archivbild)

Trockenheit und Hitze setzten den Trauben zu. (Archivbild)

Von dpa

So früh in einem Jahr und so schnell wie noch nie haben Frankens Winzer ihre Trauben von den Reben geholt: Allerdings gibt es heuer einen eher mageren Ertrag - im Schnitt 55 Hektoliter je Hektar. Im Jahr zuvor waren es noch 72 Hektoliter, 2024 etwa 57.

Der Zehnjahresdurchschnitt liegt bei 66,9 Hektolitern. Trockenheit und große Hitze setzten nach Angaben des Fränkischen Weinbauverbands den Trauben zu - und das spiegelt sich dann auch in der Erntemenge wider. Die Preise dürften trotz aller Herausforderungen stabil bleiben.

Turbo-Reife

Von der Blüte bis zur Lese waren es im Mittel von 1971 bis ins Jahr 2000 etwa 102 Tage. In diesem Jahr lagen nur rund 85 Tage dazwischen - der Klimawandel sorgt für eine immer frühere Blüte und beschleunigt die Entwicklung der Trauben.

Der Ertrag fällt heuer geringer aus. (Archivbild)

Der Ertrag fällt heuer geringer aus. (Archivbild)

Die Anbaufläche für Wein in Franken erstreckt sich in etwa von Bamberg bis Aschaffenburg. Insgesamt gibt es eine Ertragsrebfläche von rund 5.800 Hektar - 200 Hektar weniger sind bestockt als noch im Vorjahr (Stand: 1. August 2026).

Die Mostgewichte liegen mit 89 Grad Oechsle etwas höher als im vergangenen Jahr, in dem durchschnittlich 87 Grad Oechsle gemessen wurden, wie der Verband in Nordheim am Main (Landkries Kitzingen) mitteilte. Grad Oechsle ist eine Maßeinheit für das Gewicht des unvergorenen Traubenmostes.

Preiserhöhungen nicht umsetzbar

Die etwa 2.800 Winzer in Franken befinden sich den Angaben zufolge in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Der Preiskampf gerade mit ausländischen Produzenten sei enorm, die Verbraucher schauten sehr aufs Geld und sparten auch beim Wein - nur vier von zehn bundesweit geleerten Weinflaschen seien aus Deutschland. Zugleich stiegen die Energie- und Personalkosten unentwegt. Doch dies an die Kunden weiterzugeben, sei derzeit nicht möglich, sagte ein Verbandssprecher.

Wer neben der Weinproduktion auch Gäste betreut, steht meist besser da. Mit Weintourismus verdienten die Winzer rund das 15-Fache wie mit dem Weinverkauf, erklärte Daniel Heßdörfer vom Institut für Weinbau und Oenologie bei der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau kürzlich.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

Themen des Artikels folgen

Alle Artikel zu gefolgten Themen und Autoren finden Sie bei mein idowa

Finden, was Sie suchen: Sie können sich Artikel von idowa in der Google-Suche nun bevorzugt anzeigen lassen. Mehr Informationen zur kostenlosen Google-Funktion finden Sie auf unserer Infoseite.

Keine Kommentare


Neueste zuerst Älteste zuerst Beliebteste zuerst
alle Leser-Kommentare anzeigen
Leser-Kommentare ausblenden

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert.