Fahrdienste

Was bei Mindestpreisen für Uber und Co. in München gilt

Uber rechnete im April vor: Fahrten werden teurer werden. (Archivbild)

Uber rechnete im April vor: Fahrten werden teurer werden. (Archivbild)

Von dpa

Uber und Co. sind billig - Taxis teuer? Das soll in München nicht mehr so sein. Zum 1. Juli hat die Stadt Fahrdienstvermittler zu Mindestpreisen verpflichtet, und zwar für jede Fahrt im Stadtgebiet, unabhängig davon, wo der Anbieter seinen Sitz hat. Was bedeutet das für die Kunden?

Die Kosten orientieren sich am Taxitarif, den die Stadt per Satzung festgelegt hat. Dieser liegt demnach aktuell bei einem Grundpreis von 5,90 Euro, hinzu kommen 2,70 Euro pro Kilometer. Doch das ist nur eine Orientierung - für Kunden von Fahrdiensten wird es minimal billiger.

Einmal den Grundpreis von 5,13 Euro. Hinzu kommt der Kilometerpreis: 2,43 Euro bis einschließlich sieben Kilometer und 2,25 Euro für Strecken darüber hinaus. Geregelt ist das in einer Allgemeinverfügung der Stadt München.

Taxi oder doch lieber ein Uber? Preislich soll es in München weniger Unterschiede geben. (Archivbild)
Taxi oder doch lieber ein Uber? Preislich soll es in München weniger Unterschiede geben. (Archivbild)
Taxi oder doch lieber ein Uber? Preislich soll es in München weniger Unterschiede geben. (Archivbild)
Bolt nannte die Mindestentgelte für Fahrdienst-Vermittler eine faktische «Taxi-Steuer». (Archivbild)
Bolt nannte die Mindestentgelte für Fahrdienst-Vermittler eine faktische «Taxi-Steuer». (Archivbild)
Bolt nannte die Mindestentgelte für Fahrdienst-Vermittler eine faktische «Taxi-Steuer». (Archivbild)
Taxifahrerinnen und Taxifahrer hatten schon lange für Mindestpreise und für einen fairen Wettbewerb demonstriert. (Archivbild)
Taxifahrerinnen und Taxifahrer hatten schon lange für Mindestpreise und für einen fairen Wettbewerb demonstriert. (Archivbild)
Taxifahrerinnen und Taxifahrer hatten schon lange für Mindestpreise und für einen fairen Wettbewerb demonstriert. (Archivbild)

Nein. Das frühe Bestellen eines Mietwagens samt Fahrer kann sich lohnen. Voraussetzung: der Auftrag ist mindestens eine Stunde vor Fahrtantritt beim Unternehmen eingegangen. Dann gelten keine Mindestpreise.

Die dürfen natürlich gewährt werden. Doch sie dürfen der Stadt zufolge nicht dafür sorgen, dass der Fahrpreis am Ende unter dem Mindestpreis gilt.

Der Hauptgrund: die starke Zunahme taxiähnlicher Fahrdienste in München, die mit Fahrten für wenig Geld lockten. Bislang lagen deren Entgelte im Schnitt rund 40 Prozent unter den Taxi-Preisen.

Die Stadt spricht auch von systematischen Verstößen etwa gegen arbeits- und sozialrechtliche Vorschriften. Und sie befürchtete: Die billigen Transportmittel könnten dem öffentlichen Nahverkehr Konkurrenz machen. Dabei will die Stadt doch den Individualverkehr nach und nach reduzieren, für eine bessere Luft, weniger Lärm und weniger Überhitzung.

Der Bundesverband Taxi nannte die Mindestentgelte ein starkes Signal. Sie berücksichtigten die wirtschaftliche Grundlage der Taxiunternehmen und sorgten für verlässliche und nachhaltige Mobilitätsangebote in den Städten. Taxifahrerinnen und -fahrer in München fühlten sich zuvor ungerecht behandelt, mussten sie sich doch an die von der Stadt beschlossenen Tarife halten. Sie demonstrierten und verlangten einen fairen Wettbewerb.

Die Taxi-App Freenow verwies auf Erfahrungen in der Stadt Köln, die schon Anfang Juni mit Mindestpreisen startete. Es gebe ein echtes Comeback der Taxis und die wirtschaftliche Situation der Fahrer habe sich spürbar verbessert, teilte das Unternehmen mit.

Uber rechnete vor, die durchschnittliche Fahrt werde um 8 Euro teurer. Damit werde München zu einer der teuersten Städte Europas gehören, bemängelte das Unternehmen Ende April, nachdem die Mindestentgelte beschlossen worden waren. Bolt sprach von einer faktischen „Taxi-Steuer“.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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