Theater

Viel Applaus für Salzburger „Faust“-Inszenierung in München

Nach den Salzburger Festspielen ist die Münchner Co-Produktion nun am «Resi» zu sehen.

Nach den Salzburger Festspielen ist die Münchner Co-Produktion nun am «Resi» zu sehen.

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Von dpa

Was geht in Faust vor, wenn er den Pakt mit dem Teufel eingeht? Was treibt ihn an und woran verzweifelt er? Ulrich Rasches gefeierte Salzburger „Faust“-Inszenierung hat den Weg über die österreichisch-bayerische Grenze gefunden und ist nun zum ersten Mal in München auf die Bühne gekommen. Viel Applaus gab es nach gut dreieinhalb Stunden vom Publikum des Residenztheaters, das die Inszenierung co-produziert hat - auch wenn nicht alle Zuschauer nach der Pause auf ihre Plätze zurückkehrten.

Wo ist Auerbachs Keller?

Rasche bricht in seiner Interpretation des großen Stoffs von Johann Wolfgang von Goethe nicht nur mit Sehgewohnheiten des Theaterpublikums, er verzichtet auch auf viele bekannte Szenen des Dramas wie Auerbachs Keller und die Hexenküche. Auch die berühmte Frage nach „des Pudels Kern“ fehlt.

Rasche setzt in seiner Produktion, die im Juli bei den Salzburger Festspielen Premiere feierte, auf Entschleunigung und ein maximal reduziertes Bühnenbild, bei dem die Schauspieler mit ihren Körpern und Bewegungen im Grunde alles ersetzen - von Kostümen über Requisiten bis zur Kulisse.

Die Orgie beispielsweise, die Faust und Mephisto in der Walpurgisnacht feiern, zeigt sich allein durch Gestik, Mimik und die Lautstärke der Schauspieler. Im Mittelpunkt steht nicht das, was um Faust herum geschieht, sondern sein Innenleben, seine Zerrissenheit, die zwei Seelen, die - „ach“ - in seiner Brust wohnen, miteinander ins (womöglich imaginäre) Zwiegespräch gehen, streiten, ringen.

Herausragende Schauspieler

Dass das herausragend gut funktioniert, liegt an einer perfekt abgestimmten Choreographie und vor allem an einem fantastischen, fünfköpfigen Darsteller-Ensemble. Besonders Steven Scharf als Faust, Valery Tscheplanowa als Mephisto und Anna Drexler als Gretchen spielen mit allem, was sie haben, zeigen Verführung und Verführbarkeit, Moral und Amoral mit einer gewissen Monotonie, vor allem aber mit einer unglaublichen Wucht.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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