Wie Prostituierte schützen?
Sollte Sexkauf bestraft werden? Ministerin will Änderungen

Hauke-Christian Dittrich/dpa
Ende Dezember 2025 waren in Bayern 4.826 im Prostitutionsgewerbe tätige Personen sowie 368 entsprechende Gewerbebetriebe gemeldet. (Symbolbild)
Bayerns Sozialministerin Ulrike Scharf (CSU) will Prostituierte besser schützen und Freier künftig bestrafen. „Wir brauchen ein neues Schutz-Modell für Deutschland. Die aktuellen Regeln zum Schutz von Frauen vor sexueller Ausbeutung sind viel zu schwach“, sagte die Ministerin der „Augsburger Allgemeinen“ (Montag). „Frauen auszunutzen und auszubeuten, darf nicht folgenlos bleiben.“
Scharf ist Befürworterin des sogenannten Nordischen Modells, das die Bestrafung von Freiern und die Schließung von Bordellen vorsieht - als Mittel gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution. Die Gegner rechnen bei einer Anwendung dieses Modells in Deutschland mit einem Abdriften von noch mehr Prostituierten in die Illegalität. Nach dem zuerst in Schweden eingeführten Modell ist der Kauf sexueller Dienstleistungen illegal, der Verkauf von Sex bleibt dagegen straffrei. Prostituierte erhalten Hilfe, um sich eine neue Existenz aufzubauen.
Etwa 4.800 Prostituierte in Bayern
„Deutschland muss sich beim Prostituiertenschutz bewegen“, sagte Scharf dem Blatt. „Wir brauchen ein neues Schutz-Modell mit Erfahrungen aus dem bisherigen Gesetz und aus anderen Ländern.“
Die Zahl der offiziell registrierten Prostituierten in Bayern war zuletzt leicht angestiegen. Nach Angaben des Landesamts für Statistik waren Ende Dezember 2025 im Freistaat 4.826 im Prostitutionsgewerbe tätige Personen sowie 368 entsprechende Gewerbebetriebe gemeldet. Verglichen mit dem Vorjahr bedeutete dies bei den Prostituierten ein leichtes Plus um 1,4 Prozent. 86,4 Prozent der angemeldeten Prostituierten hatten demnach nicht die deutsche Staatsangehörigkeit.








