Beeindruckende Bilder

Schweigen und beten: Karfreitagsprozession in Lohr

Die Karfreitagsprozession in Lohr zeigt Jesu Leiden und Sterben. (Archivbild)

Die Karfreitagsprozession in Lohr zeigt Jesu Leiden und Sterben. (Archivbild)

Von dpa

Die Atmosphäre ist andächtig, es ist still. Eine Stunde lang werden heute am Karfreitag Menschen zum Teil jahrhundertealte, überlebensgroße Figuren durch die Gassen von Lohr am Main tragen. Die Karfreitagsprozession in der unterfränkischen Stadt gilt als eine der ältesten im deutschsprachigen Raum - und steht nun auch auf der Landesliste des immateriellen Kulturerbes, wie das Heimatministerium erst kürzlich mitteilte.

Die Prozession ist seit Mitte des 17. Jahrhunderts belegt. Es wird dabei weder gesprochen noch gesungen. Der stumme Zug werde nur vom Schlag einer großen Trommel begleitet, schreibt das Heimatministerium.

Dargestellt wird der Leidensweg Christi bis zur Kreuzigung sowie weitere biblische Szenen. Erst am Ende des Schweigemarschs wird auf dem Kirchplatz gebetet und gesungen.

Die Prozession stammt aus einer Zeit, als die meisten Menschen die Bibel nicht lesen konnten. (Archivbild)
Die Prozession stammt aus einer Zeit, als die meisten Menschen die Bibel nicht lesen konnten. (Archivbild)
Die Prozession stammt aus einer Zeit, als die meisten Menschen die Bibel nicht lesen konnten. (Archivbild)
Die Figuren sind teils 150 Kilogramm schwer. (Archivbild)
Die Figuren sind teils 150 Kilogramm schwer. (Archivbild)
Die Figuren sind teils 150 Kilogramm schwer. (Archivbild)

Der Grundgedanke der Prozession war einst, den Menschen, die nicht in der Bibel lesen konnten, den Glauben nahezubringen. Etwa 600 Menschen wirken jährlich bei dem Umzug mit, Tausende Zuschauer werden erwartet, um den Weg der Prozession zu säumen.

Die großen Figuren ruhen auf Holzgestellen. Sie sind bis zu 150 Kilogramm schwer und werden von je vier Trägern getragen. Die Verantwortung für den religiösen Brauch liegt nach Angaben des Förderkreises Lohrer Karfreitagsprozession seit Jahrhunderten bei den Handwerkern der Region.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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