Wissenschaft

Prozess um falsche Plagiatsvorwürfe endet

Der Angeklagte soll aus Rache großen Aufwand betrieben haben. (Archivbild)

Der Angeklagte soll aus Rache großen Aufwand betrieben haben. (Archivbild)

Von dpa

Vor dem Münchner Amtsgericht geht am Dienstag ein bemerkenswerter Prozess zu Ende. Staatsanwaltschaft und Nebenklage fordern zwei Jahre und zehn Monate Haft für den Mann, der versucht haben soll, den Leiter der Münchner Rechtsmedizin mit einem aufwendig gefälschten Plagiat zu diskreditieren.

Dem Angeklagten werden unter anderem Urkundenfälschung, Verleumdung und Betrug vorgeworfen. Bei einer Freiheitsstrafe von mehr als zwei Jahren ist eine Aussetzung zur Bewährung nicht mehr möglich.

Laut Staatsanwaltschaft hatte der Angeklagte von Ghostwritern einen vermeintlich wissenschaftlichen Sammelband aus den 1980er Jahren zu einem Medizinerkongress in Rumänien verfassen lassen. Darin seien gezielt Passagen aus der Doktorarbeit des Rechtsmediziners eingebaut worden. So habe der Eindruck entstehen sollen, der Leiter des Rechtsmedizinischen Instituts der Ludwig-Maximilians-Universität, Matthias Graw, habe für seine Dissertation abgeschrieben.

Eigens gedruckte Exemplare des Bandes ließ der Angeklagte - selbst Träger zweier Doktortitel - den Ermittlungen zufolge dann auf einer Auktionsplattform im Internet versteigern. Zudem soll er Plagiatsjäger beauftragt haben, die er explizit auf das Buch hinwies.

Als Motiv des Angeklagten vermutet die Staatsanwaltschaft Rache. Er habe sich am Rechtsmedizinischen Institut dafür rächen wollen, dass seine Mutter nach ihrem Tod im Jahr 2020 gegen seinen Willen obduziert worden war.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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