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Pilotprojekt: Münchner S-Bahn rangiert Zug aus der Ferne

In München können Triebfahrzeugführer ihre Bahnen auf dem Werksgelände testweise per Fernsteuerung rangieren.

In München können Triebfahrzeugführer ihre Bahnen auf dem Werksgelände testweise per Fernsteuerung rangieren.

Von dpa

Die Münchner S-Bahn erprobt deutschlandweit erstmalig das ferngesteuerte Rangieren von Zügen - was in der Zukunft Kosten sparen und Kunden wie Mitarbeitern Vorteile bringen könnte. Denn bislang werden Züge auf den Werksgeländen händisch rangiert, indem ein Mitarbeiter teils längere Strecken zu einer Bahn hinläuft und sie dann an ihr Ziel fährt.

Im Münchner Test funktioniert dies nun auch ferngesteuert. Das spare erheblich Zeit ein, wie S-Bahn-Chef Heiko Büttner erläuterte. Positive Folge für die Fahrgäste: „Wir gehen davon aus, dass das die Fahrzeugverfügbarkeit erhöht.“

Denn per Fernsteuerung rangiert könnten die Bahnen schneller instand gesetzt, gereinigt und wieder auf die Strecken geschickt werden. Für die Bedienung per Fernsteuerung können die Mitarbeiter entweder ein Tablet nutzen, das etwa in den Werkshallen von Vorteil ist. Oder die Triebfahrzeugführer steuern die Bahnen über eine eigens eingerichtete 5G-Verbindung von einem Gebäude aus, wo sie auf großen Bildschirmen dank Kameras an den Zügen sogar mehr sehen, als wenn sie auf dem Führerstand sitzen.

Möglich ist die Fernsteuerung zum einen per Tablet, was etwa in einer Werkshalle praktisch ist.
Möglich ist die Fernsteuerung zum einen per Tablet, was etwa in einer Werkshalle praktisch ist.
Möglich ist die Fernsteuerung zum einen per Tablet, was etwa in einer Werkshalle praktisch ist.
Zum anderen sorgt die Fernbedienung aus dem «Remote Operation Center» heraus für größere Effizienz.
Zum anderen sorgt die Fernbedienung aus dem «Remote Operation Center» heraus für größere Effizienz.
Zum anderen sorgt die Fernbedienung aus dem «Remote Operation Center» heraus für größere Effizienz.

Im sogenannten Remote Operation Center kann der Triebfahrzeugführer den Zug dabei nicht nur vorwärts und rückwärtsfahren lassen. „Wir können Türen öffnen, Signale geben, Lichter bedienen - alles Mögliche, was der Lokführer auch kann“, schilderte Büttner. Perspektivisch sei auch kuppeln und entkuppeln möglich. Das alles, ohne dass die Mitarbeiter der Witterung ausgesetzt seien.

„Es geht um effizienteres Rangieren und Betriebsabläufe, mehr Wirtschaftlichkeit, aber auch die Attraktivität der S-Bahn als Arbeitgeber“, fasste Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) die Vorteile unter Verweis auf den Fachkräftemangel zusammen.

Das Verfahren soll möglichst bald vom Probebetrieb in den Alltag übergehen und dann auch in anderen deutschen S-Bahn-Netzen eingeführt werden. Frankfurt, Stuttgart und Köln etwa nutzen die gleiche Fahrzeugreihe, mit der in München derzeit der Test stattfindet, der noch dazu auf andere Reihen übertragbar ist.

Doch dafür sei eine Anschubfinanzierung vom Staat nötig, betonte der für den Regionalverkehr zuständige Vorstand der Deutschen Bahn, Harmen van Zijderveld - dem Vernehmen nach rund 25 Millionen Euro. Und die Technik muss noch offiziell zugelassen werden. Läuft alles glatt, könnten schon im Jahr 2028 die ersten 100 der knapp 300 Münchner S-Bahnen per Fernsteuerung rangiert werden.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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