US-Reise

Nasa, BMW und Cowboys: CSU-Chef Söder reist nach Texas

Neben politischen Terminen und jeder Menge Wissenschaft gibt es auf den Reisen von CSU-Chef Söder auch immer Zeit für Land und Leute - so wie hier bei den Pyramiden in Kairo.

Neben politischen Terminen und jeder Menge Wissenschaft gibt es auf den Reisen von CSU-Chef Söder auch immer Zeit für Land und Leute - so wie hier bei den Pyramiden in Kairo.

Von dpa

Raumfahrt, Wissenschaft, Cowboys: Fast 25 Jahre nach Edmund Stoiber reist mit Markus Söder erstmals wieder ein bayerischer Ministerpräsident in die USA. Am Sonntag startet der CSU-Chef zu seiner Reise über den großen Teich. Ziele sind die US-Bundesstaaten Texas und South Carolina - um die Hauptstadt Washington mit Präsident Donald Trump macht Söder somit einen großen Bogen. 2002 hatte Stoiber, damals als Kanzlerkandidat der Union, unter anderem US-Präsident Georg W. Bush im Weißen Haus getroffen. In diesen Jahren undenkbar.

„Die Reise wird etwas Besonderes. Es ist die erste Reise eines bayerischen Ministerpräsidenten in die USA seit fast 25 Jahren“, sagte Söder vor der Abreise der Deutschen Presse-Agentur in München. Söder ist ein überzeugter Transatlantiker - in den vergangenen Jahren wurde aber auch seine Nähe zu den USA wegen Zollstreitigkeiten und Handelskonflikten wiederholt auf die Probe gestellt.

Für Hunde-Fan Söder war das Treffen mit den schwedischen Schlittenhunden ein echtes Highlight. (Archivbild)

Für Hunde-Fan Söder war das Treffen mit den schwedischen Schlittenhunden ein echtes Highlight. (Archivbild)

Zweimal war Söder nach eigener Aussage privat schon in den USA, „einmal in New York 2012 und einmal an der Westküste 2014“. Nun folgt also die erste Dienstreise als Regierungschef. „Wir wollen Allianzen zu Power-Regionen schließen. Texas und South Carolina sind zwei wirtschaftlich sehr starke Regionen in den USA. Die Reise folgt dem Motto: regional, technologisch, wirtschaftlich.“

Neben viel Politik und Technologie geht es bei Söder-Reisen traditionell immer auch um Land und Leute. Nachdem er etwa in Schweden mit Schlittenhunden über den Schnee düste und in Ägypten vor den berühmten Pyramiden posierte, sind jetzt Besuchstermine beim „NASA Mission Control Center“ in Houston und auf einer Cowboy-Ranch keine echten Überraschungen.

„Ein Ziel ist die Erweiterung von Partnerschaften bei Technologie und Universitäten, insbesondere im Bereich Luft- und Raumfahrt. Das ist eine Branche, die in Bayern sehr stark wächst. Die Raumfahrtachse Bayern-Texas wird ausgebaut“, betonte Söder. Unter anderem solle dazu ein gemeinsames Projekt zum Thema KI-Steuerung in der Raumfahrt zwischen dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen bei München und der Nasa in Houston vereinbart werden.

Konkret gehe es bei dem Projekt um die Steuerung von Raumfahrzeugen auch ohne andauernde Bodenkommunikation, also selbstständiges Operieren im Weltall, so Söder. „Diese Technologie soll effizientere und schnellere Bewegungen im All ermöglichen. Die Wissenschaft und auch Start-ups aus Bayern können hier entscheidende Impulse liefern. DLR, ESA und NASA werden insgesamt noch enger zusammenarbeiten.“

Zudem sollen die Universitätspartnerschaften für neue Technologien und innovative Ideen ausgebaut werden, etwa im Bereich Medizin und Pflege. Geplant ist auch der außerdem der Besuch eines Werks von Everllence - ein Maschinenbauer mit Hauptsitz in Augsburg.

Zweite große Station der viertägigen Reise ist South Carolina - in Spartanburg ist das wichtigste und größte Auslandswerk von BMW. „BMW ist dort einer der größten Arbeitgeber. Wir sprechen vor Ort über das Thema Automotive und das Auto der Zukunft - auch im Hinblick auf Investitionen in den USA und Investitionen in Bayern. Bayern ist Autoland und soll es bleiben - auch durch unser Engagement im Ausland“, sagte Söder.

In Zeiten von Zollkrieg und US-Protektionismus der Trump-Administration stellt sich auch die Frage, wie sich Söder dazu verhalten will. „Wir pflegen unterhalb der Präsidialebene Netzwerke und bauen Partnerschaften aus, insbesondere zu Gouverneuren und Abgeordneten. Das ist auch mit Blick auf die Zukunft sinnvoll“, betonte er. Geplant ist unter anderem ein Empfang samt politischer Gespräche mit South Carolinas Gouverneur Henry McMaster - wie der US-Präsident ein Republikaner - in Columbia sowie ein Empfang im Senat und im Repräsentantenhaus.

Die Möglichkeiten der Einflussnahme einzelner US-Regionen auf den internationalen Zollstreit sind nach Söders Einschätzung zwar begrenzt. „Aber wir bleiben im Austausch und hören rein, wie die Stimmung vor Ort in den USA ist. Für Bayern ist klar: Wir sind für möglichst viel Freihandel und gegen Zölle.“

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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