Umgang mit dem Nazi-Erbe

Nach Umbau: Polizeistation in Hitlers Geburtshaus

Der Umbau zur Polizeistation soll Hitlers Geburtshaus in Österreich für Neonazis unattraktiv machen.

Der Umbau zur Polizeistation soll Hitlers Geburtshaus in Österreich für Neonazis unattraktiv machen.

Von dpa

Das Geburtshaus von Adolf Hitler im österreichischen Braunau wird nun von der Polizei genutzt. Damit will Österreich verhindern, dass das Haus an der Grenze zu Bayern weiter als Anziehungspunkt für Neonazis dient. Nun werde das Haus „zu einem Ort der Demokratie, der Rechtsstaatlichkeit, der Freiheit und der Menschenwürde“, sagte Österreichs Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) zur Eröffnung.

Der Umbau kostete rund 20 Millionen Euro. In dem Areal mit Nebenbauten und Innenhof sollen Beamte des Bezirkspolizeikommandos und der Polizeiinspektion Dienst tun. Die jahrelangen Diskussionen, wie mit dem Nazi-Erbe in der 18.000-Einwohner-Stadt umgegangen werden soll, scheinen damit zunächst beendet.

Hitlers Geburtshaus in Österreich ist nun eine Polizeistation
Hitlers Geburtshaus in Österreich ist nun eine Polizeistation
Hitlers Geburtshaus in Österreich ist nun eine Polizeistation
Um das Geburtshaus und dessen Umbau gab es jahrelange Auseinandersetzungen
Um das Geburtshaus und dessen Umbau gab es jahrelange Auseinandersetzungen
Um das Geburtshaus und dessen Umbau gab es jahrelange Auseinandersetzungen
Die Polizei will Verdächtige, die vor dem Hitler-Geburtshaus verweilen, ansprechen und kontrollieren.
Die Polizei will Verdächtige, die vor dem Hitler-Geburtshaus verweilen, ansprechen und kontrollieren.
Die Polizei will Verdächtige, die vor dem Hitler-Geburtshaus verweilen, ansprechen und kontrollieren.

Das Haus, in dem Hitler am 20. April 1889 geboren wurde, war lange in Privatbesitz. 2017 wurde das Gebäude nach einem Rechtsstreit enteignet. Eine Expertenkommission sprach sich gegen Abriss und Museum aus und empfahl stattdessen eine Umgestaltung mit möglichst geringem Wiedererkennungswert.

Der Geburtsort des späteren Diktators hatte immer wieder Rechtsextreme angezogen. Die neue Nutzung als Polizeiwache gilt aus Sicht des Staates auch deshalb als vorteilhaft, weil verdächtige Personen sofort überprüft werden können.

Einige Experten hatten sich an diesem Ort eine offensive Auseinandersetzung mit der Nazi-Vergangenheit gewünscht. Eine mehrsprachige Info-Tafel solle für Aufklärung sorgen, fordert der Historiker Florian Kotanko, Vorsitzender des Vereins für Zeitgeschichte Braunau. Allein ein 1989 aufgestellter Gedenkstein vor dem Haus erinnert an den Terror der Nazi-Jahre: „Für Frieden Freiheit und Demokratie - Nie wieder Faschismus - Millionen Tote mahnen“.

Hitler hatte den Zweiten Weltkrieg entfesselt, in dem mindestens
60 Millionen Menschen starben. Im Holocaust wurden zudem rund
sechs Millionen Jüdinnen und Juden ermordet.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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