Autozulieferer

Magna-Werk in Dorfprozelten vor dem Aus

Das Werk in Dorfprozelten soll schließen. (Archivbild)

Das Werk in Dorfprozelten soll schließen. (Archivbild)

Von dpa

Das Werk des Automobilzulieferers Magna im unterfränkischen Dorfprozelten soll Mitte nächsten Jahres geschlossen werden. Betroffen seien 216 Mitarbeiter, wie das Unternehmen Magna International (Germany) GmbH in Sailauf (Landkreis Aschaffenburg) mitteilte. Die Gewerkschaft IG Metall sprach von einem erheblichen Schaden für das Vertrauen in die Verlässlichkeit der getroffenen Vereinbarungen.

Das Unternehmen begründete die Entscheidung mit einer anhaltend negativen Geschäfts- und Marktentwicklung. „Trotz finanzieller Investitionen und umgesetzter Kostensenkungsmaßnahmen in den letzten Jahren konnte die Zukunftsfähigkeit nicht aufrechterhalten werden“, teilte ein Sprecher mit. In dem Werk werden Außen- und Rückspiegel hergestellt.

2023 war der Standort im Landkreis Miltenberg bereits von Schließung bedroht, konnte aber zunächst gerettet werden. Unternehmen und IG Metall einigten sich damals auf ein Eckpunktepapier, wonach die Fortführung mit mindestens 250 Beschäftigten bis Ende 2028 sichergestellt werden sollte. Damals gab es dort noch etwa 450 Beschäftigte.

Die IG Metall kritisiere die am Montag verkündete Managemententscheidung bei Magna Dorfprozelten scharf. Entgegen den Zusagen von vor drei Jahren seien keine neuen Produkte am Standort platziert und auch nicht von anderen Standorten nach Dorfprozelten verlagert worden.

„Wir haben mehrfach auf veränderte Marktbedingungen reagiert, Konzepte angepasst und konstruktive Vorschläge eingebracht. Umso enttäuschter und entsetzter sind wir über diese Entscheidung“, sagte der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Aschaffenburg, Percy Scheidler. „Magna hat vereinbarte Arbeit, Aufträge und Anlagen nicht geliefert und hat jetzt entschieden, dass der Standort nicht mehr tragfähig ist. Unternehmertum sieht anders aus!“

Das Management hat der Gewerkschaft zufolge entschieden, die für den Standort zentrale Zukunftstechnologie „LC-Spiegelglas“ nicht weiterzuentwickeln und nicht zur Serienreife zu führen. „Für die Entwicklung und Vermarktung der LC-Technologie wurden erhebliche Fördermittel des Freistaats Bayern eingesetzt, der ernste Wille, das Produkt an den Markt zu bringen, hat sich nicht gezeigt“, sagte Gewerkschaftssekretär und Betriebsbetreuer Christoph Curs.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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