Astrophysiker gegen Atomkraft
Lesch warnt: Haben nicht genügend Wasser für AKW-Kühlung

Felix Hörhager/dpa
Wissenschaftsjournalist Lesch hält nichts von einer Rückkehr zur Atomkraft. (Archivbild)
Der Münchner Astrophysiker und Wissenschaftsjournalist Harald Lesch sieht Forderungen nach einer Rückkehr zur Atomkraft in Deutschland kritisch und begründet das auch mit dem Klimawandel. Damit ein Kernkraftwerk nicht explodiere, müsse es gekühlt werden, sagte Lesch der „Augsburger Allgemeinen“. „Die Klimaszenarien für die Zukunft sagen aber: Wir haben nicht mehr genug Wasser zum Kühlen“, gab der ZDF-Moderator zu bedenken. „Die deutsche Politik braucht dringend physikalischen Nachhilfeunterricht.“
Mehrere Politiker wie Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sprechen sich trotz des Atomausstiegs für Kernkraft als Zukunftstechnik aus. Söder will im Freistaat ein Mini-Atomkraftwerk bauen, einen sogenannten Small Modular Reactor (SMR). Darunter werden Atomkraftwerke verstanden, die eine deutlich geringere Leistung haben als herkömmliche Anlagen und deren Bauteile in Serie gefertigt werden können. Während sich Befürworter Kostenvorteile und mehr Effizienz erhoffen, warnen Gegner vor neuartigen radioaktiven Abfällen und einer Vervielfachung der Anlagenzahl, was Kontrollen erschwere.
Lesch sagte, er habe Söder in der Vergangenheit zwar „einige Male“ beraten. Der CSU-Chef habe danach aber „immer das Gegenteil“ gemacht.








