Gedenken

Heidenau stoppt Stolpersteine - Knobloch zeigt sich entsetzt

Im sächsischen Heidenau sollen künftig keine neuen Stolpersteine mehr verlegt werden. (Symbolbild)

Im sächsischen Heidenau sollen künftig keine neuen Stolpersteine mehr verlegt werden. (Symbolbild)

Von dpa

Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, reagiert entsetzt auf den Stadtratsbeschluss im sächsischen Heidenau, keine Stolpersteine mehr im öffentlichen Raum zu verlegen. Orte der Erinnerung aus dem Stadtbild zu entfernen sei der „völlig falsche Weg“, sagte Knobloch den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Und ich bin entsetzt, dass eine demokratische Partei sich dafür hergibt, ein so durchsichtiges Manöver der Extremisten von der AfD zu unterstützen.“

Ein entsprechender Antrag von Stadträten von AfD und CDU wurde am Donnerstagabend in Heidenau bei Dresden mehrheitlich beschlossen. Viele Bürger, Angehörige und Initiativen empfänden diese Form der Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus als nicht angemessen, hieß es in dem Antrag. Stattdessen solle das Gedenken vorzugsweise auf dem Nordfriedhof der Stadt stattfinden, so „dass ein direktes Betreten der Gedenkelemente ausgeschlossen ist“. Die Entscheidung löste bundesweit Kritik und Diskussionen aus.

Knobloch erklärte, sie sei keine „Freundin des Konzepts der Stolpersteine“, gleichwohl sei „dezentrales Gedenken, das nicht aus dem öffentlichen Raum verbannt wird, sondern ihn gerade durchdringt und prägt“, entscheidend für eine echte Kultur des Erinnerns.

Auch in München etwa werden keine Stolpersteine auf städtischem Grund verlegt, stattdessen gibt es aber Stelen an Häuserwänden als Gedenken im öffentlichen Raum.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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