Filmbranche
Glamouröser Filmball in München - Glas: „Familientreffen“
Beim 50. Deutschen Filmball in München verrät Schauspielerin Rosalie Thomass, was sie bei privaten Feiern nie machen würde, Autorin Caroline Wahl spricht übers Baden und Uschi Glas lobt einen Kollegen. Zahlreiche Prominente pilgerten am Samstagabend für die Feier, zu der die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (Spio) eingeladen hatte, ins Münchner Luxushotel „Bayerischer Hof“. Am Tag zuvor hatte bereits nicht weit entfernt im Prinzregententheater die Verleihung des Bayerischen Filmpreises stattgefunden.
Viele Preisträger und Gäste waren auf beiden Veranstaltungen, das ganze Wochenende stand somit im Zeichen des Films - es sei wie ein „Familientreffen“, sagte Uschi Glas.
Der Filmball ist in der Branche ein absolutes Highlight: Für Heike Makatsch ist der Ball der einzige Abend im Jahr, an dem sie lang wach bleibe, sagte sie. Ihr Kollege Rainer Bock sagte, er freue sich darauf, sich ganz frei auf der Tanzfläche zu bewegen. Und Uschi Glas lobte den Kinoerfolg von Michael „Bully“ Herbig: „Der Bully hat uns ja wieder gerettet.“ Für Rosalie Thomass bedeutet die Veranstaltung allerdings eher Arbeit als Party. Privat würde sie niemals in High Heels feiern, verriet sie am roten Teppich.
Neben etablierten Größen präsentierten sich auch junge Talente: Beim „New Faces Award“ räumten unter anderem Mido Kotaini („Chantal im Märchenland“), Lena Urzendowsky („In die Sonne schauen“) und Mia Maariel Meyer („22 Bahnen“) ab. Meyer konnte sich über den Preis für „Bester Debütfilm/ Regie“ beim „New Faces Award“ freuen.
Die Autorin des gleichnamigen Romans, der die Vorlage für den Film „22 Bahnen“ bildete, war ebenfalls beim Filmball: Caroline Wahl sagte, sie sei „super zufrieden“ mit der Verfilmung ihres Werks. Ihr Buch auf der großen Leinwand zu sehen, das war laut Wahl „ein Gefühl, in dem man baden möchte.“
Der Bayerische Filmpreis am Freitag war geprägt von emotionalen Momenten und deutlichen politischen Appellen. Als bester Film wurde Fatih Akins „Amrum“ ausgezeichnet, während „Das Kanu des Manitu“ von Michael „Bully“ Herbig als erfolgreichster Film geehrt wurde. Große Aufmerksamkeit bekam auch „In die Sonne schauen“, das trotz verpasster Oscar-Chance Preise für Regie und Bildgestaltung erhielt.
Besonders berührend war der Abend durch den Debutfilm „Karla“ von Yvonne Görlach, die ihre Auszeichnung für das beste Drehbuch mit einem sehr persönlichen Bekenntnis verband: „Karla“ erzählt die Geschichte von Görlachs Mutter, es geht um Missbrauch und um den Überlebensmut der Protagonistin. Auch die ausgezeichneten Darstellerinnen und Darsteller nutzten die Bühne für gesellschaftliche Botschaften: Rainer Bock und Leonie Benesch mahnten mehr Verantwortung und bessere Bedingungen in Jugendhilfe und Pflege an.
2025 war, auch dank vieler deutscher Produktionen, ein vielfältiges Kinojahr. Laut Branchenverbänden wurden rund 90 Millionen Tickets verkauft - ein Plus von mehr als 2 Prozent im Vergleich zu 2024.
Nach dem Filmwochenende in München startet das Kinojahr 2026. Auf der Leinwand zu sehen sind unter anderem „Die drei ??? - Toteninsel“, „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ mit Bruno Alexander und Senta Berger sowie der Verfilmung des Theaterhits „Extrawurst“ mit Hape Kerkeling.















