Auszeichnung der Medien

Freiheitspreis für Waigel - Verleihung am Tegernsee

Theo Waigel war in früheren Jahren bereits als Gast auf dem Podium des Ludwig-Erhard-Gipfels zu sehen. In diesem Jahr erhält er bei der Veranstaltung am Tegernsee den «Freiheitspreis der Medien». (Archivbild)

Theo Waigel war in früheren Jahren bereits als Gast auf dem Podium des Ludwig-Erhard-Gipfels zu sehen. In diesem Jahr erhält er bei der Veranstaltung am Tegernsee den «Freiheitspreis der Medien». (Archivbild)

Von dpa

Der ehemalige Bundesfinanzminister Theo Waigel (CSU) erhält in diesem Jahr den „Freiheitspreis der Medien“. Nach Angaben der Weimer Media Group wird er damit für sein politisches Lebenswerk geehrt, „dessen Bedeutung heute besonders sichtbar wird“. Die Auszeichnung soll auf dem Ludwig-Erhard-Gipfel in Gmund am Tegernsee überreicht werden. Laudator ist der ehemalige österreichische Bundeskanzler Wolfgang Schüssel.

„Theo Waigel, Bundesfinanzminister von 1989 bis 1998, hat wie kaum ein anderer deutscher Politiker die wirtschaftliche und politische Integration Europas geprägt“, heißt es in der Jurybegründung für die Preisvergabe. Als einer der Architekten der Wirtschafts- und Währungsunion habe Waigel die Grundlagen für den Euro geschaffen - „nicht als rein ökonomisches Projekt, sondern als historische Entscheidung für ein geeintes und friedliches Europa“. Freiheit stehe im Zentrum von Waigels Wirken: Die geöffneten Grenzen in Europa hätten die Freiheit der Menschen vergrößert.

Verlegerin Christiane Goetz-Weimer betonte, Waigel stehe für die europäische Einigung: „Theo Waigel hat mit dem Euro eine Entscheidung von historischer Tragweite geprägt - als Ausdruck von Zusammenhalt und politischer Handlungsfähigkeit Europas. Gerade in einer Zeit geopolitischer Spannungen zeigt sich, wie weitreichend diese Weichenstellung war.“

Der Ludwig-Erhard-Gipfel, auch Tegernsee Summit genannt, findet vom 28. bis 30. April statt. Die Veranstaltung war nach dem Wechsel des früheren Co-Verlegers Wolfram Weimer (parteilos) in die Bundesregierung in die Kritik geraten. Ein Vorwurf lautete, dass auf dem Ludwig-Erhard-Gipfel Unternehmen gegen Geld exklusiver Zugang zu Bundesministern angeboten wurde. Die Veranstaltung warb demnach explizit mit „Einfluss auf die politischen Entscheidungsträger“. Die Weimer-Media-Group hatte die Vorwürfe immer zurückgewiesen. An der Veranstaltung am Tegernsee hatten regelmäßig Bundesminister und andere Spitzenpolitiker teilgenommen. Infolge der Kritik entschieden sich aber in diesem Jahr die meisten Politiker gegen eine Teilnahme.

Weimer sah sich zudem dem Vorwurf ausgesetzt, er trenne nicht sauber sein politisches Amt und privatwirtschaftliche Interessen. Nach dem Eintreten in die Bundesregierung hatte er zunächst nur seine Funktionen und Stimmrechte im Verlag abgegeben. Später übertrug er seine Unternehmensanteile von 50 Prozent einem Treuhänder.

Der „Freiheitspreis der Medien“ wird jedes Jahr an Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens vergeben, die sich in besonderer Weise für die freie Meinungsäußerung, den Dialog und die Demokratie einsetzen. Im vergangenen Jahr hatte Ex-Bundespräsident Joachim Gauck den Preis erhalten, 2024 der kurz zuvor gestorbene Kreml-Kritiker Alexej Nawalny und seine Frau Julia. Zu den Preisträgern gehörten auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und der ehemalige sowjetische Präsident Michail Gorbatschow.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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