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Frankenlied erhält neue Strophe - über Mittelfranken

Daniel Karmann/dpa
Die Bratwurst ist wahrscheinlich für viele Menschen das Typischste für Franken. Doch die Längen der Würste variieren von Region zu Region erheblich. (Archivbild)
Christkindlesmarkt, Dürer, Bratwurst und Karpfen - vieles aus Mittelfranken ist weit über die Region hinaus bekannt. Im Frankenlied aber spielt der dritte fränkische Regierungsbezirk keine Rolle. Das soll sich nun ändern: Der Bezirk Mittelfranken hat zu einem Liedwettbewerb aufgerufen. Etwa 315 Strophen sind demnach eingereicht worden. Welche davon die Hymne ergänzt, wird Anfang Juli feststehen.
Dass es in den sechs Strophen des Lieds allein um Unter- und Oberfranken geht, ist laut dem Bezirk kein Zufall. Dieses basiert auf dem Gedicht „Lied fahrender Schüler“ aus dem Jahr 1859, in dem der Schriftsteller und Dichter Joseph Victor von Scheffel seine Eindrücke rund um das Kloster Banz und Bad Staffelstein verarbeitete. Seine Verse sind demzufolge eine Hommage an die Landschaft und Region rund um den Staffelberg.
Zum Lied wurde es dem Bezirk zufolge erst im Zuge eines Wettbewerbs zu Scheffels Dichtungen, bei dem der Würzburger Komponist Valentin Eduard Becker sich für dieses Stück durchsetzte. 1861 wurde das Lied veröffentlicht und stieg von da an zur Franken-Hymne auf. Besondere Bedeutung hat diese vor allem zum „Tag der Franken“, der seit 2006 jährlich Anfang Juli in einer fränkischen Region begangen wird.
In diesem Jahr richtet die Stadt Treuchtlingen in Mittelfranken am 5. Juli die zentrale Festveranstaltung aus - für den Bezirk ein Anlass, das Frankenlied endlich um einen Mittelfranken-Teil zu ergänzen. Doch was macht diesen aus Sicht der eingereichten Strophen aus? Zurzeit kann der Bezirk dazu nichts sagen. „Einen Überblick über die behandelten Themen konnten wir angesichts der vielen Meldungen zum jetzigen Zeitpunkt leider noch nicht gewinnen“, sagte ein Bezirkssprecher.
Bayerns oberster Mittelfranke, Ministerpräsident Markus Söder (CSU), betonte auf Nachfrage, er freue sich auf die neue Strophe: „Das ist eine wundervolle Hymne und eine Strophe mehr ist auch schön und es ist in der Tat so, Mittelfranken kommt da zu kurz. Insofern glaube ich, ist das eine schöne Idee“, sagte er am Rande seines Besuchs beim Raumfahrtkonzern OHB und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Weßling bei München. Verglichen mit der Bayern-Hymne und dem Deutschlandlied habe das Frankenlied ja schon jetzt „sehr viele Strophen“, so Söder. „Man kann da wirklich sehr viel Zeit damit verbringen, das aus voller Überzeugung zu singen.“
Ein Gremium von der Stadt, des Bezirks und von Medien werde eine Vorauswahl von fünf Vorschlägen treffen, erläuterte der Sprecher. Die endgültige Auswahl trifft dann Söder zusammen mit dem mittelfränkischen Bezirkstagspräsidenten und dessen Stellvertreterin. Bei dem Fest am 5. Juli soll dann das neue Frankenlied erstmals erklingen.










