Gemüse für den Herbst
Fakten zum Kürbisanbau in Bayern

Ob als Suppe, für die Deko - oder sogar als Zutat im Kuchen: Herbstzeit ist Kürbiszeit. In diesem Jahr machte den bayerischen Anbauern jedoch die Wetterlage zu schaffen. Im Knoblauchsland nahe Nürnberg, einem der bekanntesten Gemüseanbaugebiete Bayerns, schadeten Starkregen und Hagel im Sommer den damals noch jungen Kürbissen auf dem Feld, wie Jochen Loy, Geschäftsführer des Gemüseerzeugerverbands Knoblauchsland, sagte. Die Jungfrüchte hätten Druckstellen abbekommen, „das ist für die Endfrucht nicht optimal“.
Im Knoblauchsland spielt der Kürbisanbau nach Angaben Loys durchaus eine Rolle - vor allem, da er im Freiland wächst. Die Trockenheit sei kein großes Thema gewesen, da das Gebiet über ein Bewässerungssystem verfüge. So seien die Verkaufsstände jetzt gut bestückt. Der Bedarf bei den Verbrauchern sei da - „Kürbis wird deshalb regelmäßig verkauft“, sagte Loy.
So groß ist die Anbaufläche
2025 wuchsen in Bayern laut Landesamt für Statistik Speisekürbisse in 405 Betrieben auf insgesamt 1.333 Hektar. Das sei durchaus ein beträchtlicher Anteil, der Kürbis könne deshalb mit den anderen großen Gemüsekulturen mithalten, sagte Andreas Schmitt, Leiter des Arbeitsbereiches umweltgerechte Erzeugung am Institut für Erwerbs- und Freizeitgartenbau der bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG). Als Speisekürbis spielt demnach der Hokkaido eine große Rolle, weil er einfach in der Küche zu handhaben sei.
Möhren kamen nach Angaben der LWG auf 1.538 Hektar, Salate auf 1.350, Einlegegurken auf 1.150 und Zwiebeln auf 2.537 Hektar. 2024 lag die Anbaufläche für Kürbis bei nur knapp 1.000 Hektar. Allerdings sind Schwankungen in der Landwirtschaft und im Gemüseanbau nicht selten.
Hier werden Kürbisse verkauft
Beim Bayerischen Bauernverband (BBV) heißt es: Für einzelne Betriebe könne der Kürbisanbau ein interessanter Betriebszweig sein, insbesondere in Verbindung mit Direktvermarktung, also dem direkten Verkauf ab Hof oder auf Wochenmärkten, aber auch an Straßenständen mit Selbstbedienung. „Daneben erfolgt der Absatz auch über Abpackbetriebe, den Großhandel, den Lebensmitteleinzelhandel sowie zur Weiterverarbeitung.“
Angaben zu Preisen für Kürbisse aus Bayern konnte der BBV nicht nennen - die Spanne sei sehr groß, je nach Sorte, Größe und Vermarktungsweg.
Diese Bedingungen brauchen Kürbisse
Und welche Anbaubedingungen braucht der Kürbis generell? Der Kürbis sei bei den Bodenbedingungen sehr tolerant, erläuterte LWG-Experte Schmitt. „Er wächst auf allen Böden, übersteht auch längere Trockenzeiten. Allerdings kann man gleichmäßig hohe Erträge nur mit einer garantierten Bewässerung erreichen.“
Bei klimatischen Bedingungen hat der Kürbis dem Experten zufolge eine gewisse Resilienz und wächst in allen bayerischen Klimagebieten zuverlässig. Er bevorzuge aber warmes Klima und sei frostempfindlich.
2024 - aktuellere Daten liegen noch nicht vor - wurden laut Landeasamt 21.310 Tonnen Kürbisse geerntet. Damit liegt der Freistaat auf Platz drei hinter Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen.












