Rohstoffe

Chinas Exportkontrollen setzen Bayerns Industrie unter Druck

Große Teile der weltweit benötigten seltenen Erden werden in China abgebaut und aufbereitet. (Archivbild)

Große Teile der weltweit benötigten seltenen Erden werden in China abgebaut und aufbereitet. (Archivbild)

Von dpa

Chinas Exportkontrollen für seltene Erden treffen die bayerische Metall- und Elektroindustrie: Gut 30 Prozent der Unternehmen in der wichtigsten Industriebranche des Freistaats leiden nach einer aktuellen Umfrage der beiden Metallarbeitgeberverbände bayme und vbm direkt oder indirekt unter den im Frühjahr 2025 verkündeten Pekinger Exportbeschränkungen.

Die unter anderem für Elektronik-, Auto- und Rüstungsproduktion wichtigen Metalle werden demnach mit Verspätung und in geringeren Mengen als zuvor geliefert. Häufigste Folgen seien steigende Preise und Produktionsverzögerungen. „Die chinesischen Exportkontrollen stellen sowohl kurz- als auch mittelfristig eine ernsthafte Bedrohung für die bayerischen M+E Unternehmen dar“, sagte Bertram Brossardt, der Hauptgeschäftsführer der beiden Verbände. Befragt wurden 144 Industrieunternehmen.

Die chinesische Führung hatte im vergangenen Frühjahr Exportkontrollen für die Metalle verkündet, die überwiegend für die Herstellung elektronischer Bauteile und von Magneten in der Elektronik-, Auto- und Rüstungsindustrie von Bedeutung sind. In China werden nach unterschiedlichen Schätzungen nahezu zwei Drittel der weltweit benötigten seltenen Erden abgebaut und 90 Prozent für die industrielle Verwendung aufgearbeitet.

Dementsprechend ist es für Unternehmen schwierig, „überhaupt einen alternativen Lieferanten zu finden“, wie Brossardt sagte. Die Verbände fordern daher politische Maßnahmen zur Sicherung der Rohstoffversorgung. Dazu zählen die Unterzeichnung des europäischen Mercosur-Freihandelsabkommens mit Südamerika, aber auch mehr Recycling. „Derzeit werden lediglich ein Prozent der eingesetzten seltenen Erden zur Wiederverwertung aufbereitet“, sagte Brossardt.

Unabhängig von den Beschränkungen haben viele bayerische Industrieunternehmen ohnehin große Schwierigkeiten in China. Strategie der chinesischen Regierung ist seit Jahren, Importe durch heimische Produktion zu ersetzen. Dementsprechend sind die deutschen Ausfuhren nach China in den vergangenen Jahren stark gesunken. Die chinesischen Importe hingegen haben trotz der jahrelangen Konjunkturflaute in Deutschland zugelegt.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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