Prozesse
Urkundenfälschung im Amt? Bürgermeisterin verurteilt
Die Bürgermeisterin von Niederstetten (Main-Tauber-Kreis), Heike Naber, ist wegen Urkundenfälschung zu einer Geldstrafe von 15.000 Euro verurteilt worden. Das Landgericht Ellwangen sah es als erwiesen an, dass die parteilose Kommunalpolitikerin im Jahr 2019 vorsätzlich einen Gemeinderatsbeschluss abgeändert hatte, um ihre Befugnisse bei einem Grundstückskauf auszuweiten. Die 55-Jährige wurde zu 150 Tagessätze à 100 Euro verurteilt. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.
Naber hatte vor Gericht eingeräumt, ein Protokoll nachträglich geändert zu haben. Sie betonte aber, sie sei sich keiner Schuld bewusst gewesen. Sie sei davon ausgegangen, dass nur der formale Beschluss für den Kauf gefehlt habe. Über den Erwerb habe Konsens geherrscht.
Ein Stadtrat hatte die Beamtin angezeigt. Die Staatsanwaltschaft hatte die Verurteilung gefordert, die das Gericht verhängte. Die Verteidigung plädierte auf Freispruch. Bei einer Verurteilung zu einer Geldstrafe von mehr als 90 Tagessätzen gilt man als vorbestraft. Binnen einer Woche kann Revision gegen das Urteil eingereicht werden.
Naber, die 2021 vorläufig suspendiert worden war und 2023 ins Amt zurückkehrte, zeigte sich im Prozess emotional. Ihre berufliche Reputation sei zerschossen worden. Es sei schlimm gewesen, sagte sie unter Tränen. Am 8. März wird in der 5.000-Einwohner-Stadt ein neuer Bürgermeister gewählt - Naber kandidiert erneut.










