Krisenunternehmen
Baywa-Aufsichtsräte weichen dem Druck - Rukwied bleibt

Soeren Stache/dpa
Mehrere Baywa-Aufsichtsräte scheiden aus, nicht jedoch Bauernpräsident Joachim Rukwied. (Archiv)
Beim Münchner Krisenkonzern Baywa weichen nach mehreren Spitzenmanagern auch drei Aufsichtsräte dem Druck von Eigentümern und Aktionären. Prominentester Name unter den scheidenden Unternehmenskontrolleuren ist die CSU-Politikerin Monika Hohlmeier, die das Kontrollgremium zum 31. März verlassen wird. Neben der Tochter des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß beendet der österreichische Raiffeisen-Funktionär und Manager Michael Höllerer seine Tätigkeit im Baywa-Aufsichtsrat vorzeitig am 31. März. Im Mai wird dann auch Monique Surges gehen, die Leiterin der deutschen Handelskammer in Neuseeland.
Nicht als einer der scheidenden Aufsichtsräte genannt ist in der Mitteilung der Baywa Bauernpräsident Joachim Rukwied, der dem Gremium seit 2013 angehört. Der hauptsächlich im Agrarhandel tätige Konzern ist seit 2024 in der Krise. Auslöser waren Schulden von über fünf Milliarden Euro, die die Baywa in den 2010er Jahren im Zuge einer missglückten Auslandsexpansion aufgetürmt hatte. Deswegen sind neben dem damaligen Vorstand auch die Langzeit-Aufsichtsräte unter Druck geraten.
Sowohl Groß- als auch Kleinaktionäre hatten die Betreffenden schon vor Monaten mehr oder weniger diplomatisch aufgerufen, ihre Plätze zu räumen. Am deutlichsten wurde die Anlegergemeinschaft DSW: „Wie mit Pattex festgeklebt“, kritisierte deren Vizepräsidentin Daniela Bergdolt auf der Hauptversammlung 2025. Bergdolt hatte damit den gesamten Aufsichtsrat einschließlich der Arbeitnehmervertreter im Visier - auch diese haben bislang keine Absicht gezeigt, ihre Mandate aufzugeben.
Nicht zu den Angesprochenen zählt der Aufsichtsratsvorsitzende Gregor Scheller, der erst seit 2024 amtiert und damit nicht zu den Verantwortlichen der Schieflage gehört. Im Baywa-Vorstand haben wegen der Krise bereits zwei Vorsitzende und der langjährige Finanzvorstand ihren Posten geräumt.
Unter Schellers Regie soll der Aufsichtsrat nun auch seine Arbeitsweise verändern, die Auswahlkriterien den Aufsichtsrat wurden bereits verschärft. Nunmehr werden insbesondere Fachkenntnisse in den vier Kernbereichen Landwirtschaft, Bauen und Wohnen sowie dem Handel, verlangt. Ab 2028 werden jährlich zwei Mitglieder neu gewählt, und die Amtszeit generell von fünf auf vier Jahre verkürzt.








