Grundwassermessungen
Bayern trocknet immer weiter aus

Armin Weigel/dpa
Nicht nur Flüsse und Seen in Bayern melden wegen Hitze und Trockenheit niedrige Pegelstände. Auch im Boden sind die Folgen messbar.
Die Trockenheit in Bayerns Böden nimmt wegen der anhaltenden Hitze und den zu geringen Niederschlägen immer weiter zu: 84 Prozent der oberflächennahen Grundwassermessstellen sowie Quellen im Freistaat und 76 Prozent der Messstellen der tieferen Grundwasserstockwerke zeigen derzeit (Stichtag 3. August) niedrige Verhältnisse an. Dies entspricht dem mit Abstand niedrigsten Wert der vergangenen fünf Jahre, wie das Landesamt für Umwelt (LfU) in Augsburg auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.
Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr zeigten nach Angaben eines Sprechers zum Stichtag nur 34 Prozent der Messstellen derart niedrige Grundwasserwerte an, 2024 waren es gar nur 7 Prozent. 2022 war die Situation mit 73 Prozent durchaus vergleichbar (2021: 19 Prozent, 2023: 43 Prozent). „Die aktuelle Situation ist deutlich angespannt“, heißt es zur Lage im Niedrigwasserbericht vom 31. Juli.
Derzeit werden die Grundwasserstände in Bayern an rund 620 Messstellen des Grundnetzes, rund 210 Messstellen des Verdichtungsnetzes sowie rund 1.000 Messstellen der staatlichen Sondernetze beobachtet. Hinzu kommen rund 100 Quellmessstellen. Die Messnetze reichten aus, um die Grundwassersituation zu erfassen und über den Niedrigwasser-Informationsdienst aussagekräftig zu informieren, hieß es vom LfU.
Inwiefern die derzeit viel zu geringen Niederschläge, Hitze und Trockenheit auch negative Auswirkungen auf die Grundwasserneubildung haben, bleibt abzuwarten. Im Jahr 2025 fielen in Summe bayernweit etwa 716 Liter pro Quadratmeter Niederschlag, fast ein Viertel weniger als im Referenzzeitraum.
„Die Grundwasserneubildung aus Niederschlag in Bayern wird anhand eines landesweiten Bodenwasserhaushaltsmodells auf Basis täglicher gemessener Klimadaten berechnet. Aus methodischen Gründen kann die Grundwasserneubildung nur für einzelne Jahre ermittelt werden, weshalb ein tatsächlicher Wert der Grundwasserneubildung üblicherweise erst im April des Folgejahres feststeht“, sagte die Sprecherin des LfU.
Aufgrund der in Summe zu geringen Niederschlägen der letzten Jahre weist die Grundwasserneubildung in Bayern aber schon seit Jahren in Summe ein Defizit auf: Von 2003 bis 2025 ergab sich ein mittleres jährliches Defizit von rund 15 Prozent. Zwar habe das nasse Jahr 2024 zu einer vorübergehenden Erholung geführt, „diese Erholung war in ihrer Ausprägung jedoch nicht nachhaltig, so dass sich das Defizit in der Grundwasserneubildung nach dem Trockenjahr 2025 erneut vergrößert hat“, heißt es im Bericht des LfU.








