Opioide

Aufruf zur Umfrage: Haben Sie Erfahrung mit Medikamentenmissbrauch?

Zwischen Rezept und Rausch: Was werfen wir uns ein? Die Mediengruppe Attenkofer recherchiert zu Medikamentenmissbrauch in Ostbayern - und startet nun eine Umfrage dazu.

September

Dass Drogen wie Kokain und Heroin schädlich sind, ist hinlänglich bekannt. Über die Legalisierung von Cannabis wird weiterhin gestritten.

Abseits davon bleibt ein Suchtphänomen bislang jedoch weitestgehend unbeleuchtet. Dabei bewertet das Bundesgesundheitsministerium über 1,5 Millionen Menschen in Deutschland als medikamentenabhängig. Unsere Mediengruppe möchte herausfinden, wie die Lage in Ostbayern ist und startet im Rahmen einer großen Recherche eine Onlineumfrage.

Eine Pille am Morgen, um zu funktionieren. Eine am Abend, um nichts mehr zu fühlen. In der medizinischen Behandlung sind opioidhaltige Schmerzmittel wie Tilidin oder Oxycodon sowie sogenannte Benzodiazepine bei Angstzuständen oft das Mittel der Wahl. Medikamente werden als Narkosemittel oder bei Krebserkrankungen verabreicht. Allerdings machen sie auch schnell abhängig. Deshalb fallen sie unter das Betäubungsmittelgesetz und sind verschreibungspflichtig.

Illegaler Handel mit Schmerzmitteln nimmt zu

In Deutschland nimmt jedoch der illegale Handel mit diesen Drogen zu: über soziale Medien und Messenger, auf dubiosen Onlineapotheken oder auch auf der Straße. Dadurch erreichen die Stoffe neue Zielgruppen. Denn bisher gelten vor allem Frauen als betroffen. Wie das Deutsche Ärzteblatt schreibt, seien die meisten von ihnen eher angepasst, sozial integriert und nicht selten ausgesprochen leistungsorientiert. Anders als bei Heroinabhängigen bleibe der tägliche Griff in die Hausapotheke lange unbemerkt.

Inzwischen greifen aber offenbar auch immer häufiger junge Erwachsene zu Benzos und Tilidin, wie der Spiegel recherchiert hat. So seien die Stoffe etwa in der Rap-Musik lange als Lebensstil verherrlicht worden und der Konsum zum Trend auf Tiktok geworden.

Doch wie verbreitet ist das Phänomen? Wer sind Betroffene in Ostbayern? Und auf welchen Wegen gelangen die Substanzen zu den Menschen? Welche Rolle spielen ausgestellte oder gefälschte Rezepte? Und wo finden Betroffene Hilfe?

Gemeinsame Recherche mit „Spiegel“ und „Correctiv“

Der Spiegel und Correctiv haben dazu gemeinsam eine bundesweite Recherche gestartet, um über mehrere Monate ein Lagebild zu entwickeln (siehe: correctiv.org/themen/opioide). In Kooperation mit regionalen Medien soll dabei auch lokal recherchiert werden.

Dazu startet unsere Mediengruppe per Crowdnewsroom eine Umfrage. Daran können alle teilnehmen, ob direkt Betroffene, Angehörige, Freunde, Experten und andere. Ziel ist es, einen fundierten Überblick zu bekommen.

Dazu wollen wir von Ihnen wissen: Haben Sie selbst schon mit Medikamenten Erfahrungen gemacht? Oder kennen Sie Betroffene in Ihrem Umfeld und wissen vielleicht nicht, wie Sie helfen können? Kennen Sie Orte, an denen mit solchen Substanzen gedealt wird? Oder haben Sie positive oder negative Erfahrungen mit entsprechenden Hilfeangeboten in Ostbayern gemacht? Die Teilnahme ist in wenigen Minuten online möglich - sicher und bei Bedarf anonym.

Link zur Umfrage: https://correctiv.link/neue-drogen-niederbayern-oberpfalz-crowdnewsroom

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