Kriminalität

Anklage nach Schockanrufen - 85-Jähriger durchschaut Täter

Die Staatsanwaltschaft Kempten hat einen 32-Jährigen wegen seiner mutmaßlichen Beteiligung an mehreren «Schockanrufen» angeklagt. (Symbolbild)

Die Staatsanwaltschaft Kempten hat einen 32-Jährigen wegen seiner mutmaßlichen Beteiligung an mehreren «Schockanrufen» angeklagt. (Symbolbild)

Von dpa

Nach mehreren sogenannten Schockanrufen mit einem Schaden von rund 194.000 Euro hat die Staatsanwaltschaft Kempten einen 32-Jährigen angeklagt. Dem Mann wird unter anderem banden- und gewerbsmäßiger Betrug vorgeworfen, wie die Behörde mitteilte. Er soll in fünf Fällen als „Abholer“ für eine Betrügerbande tätig gewesen sein.

Die Taten sollen sich zwischen Februar und April dieses Jahres ereignet haben. Vier Menschen im Alter zwischen 61 und 88 Jahren verloren dabei nach Angaben der Staatsanwaltschaft Geld und Wertgegenstände. Bei einem weiteren Fall durchschaute ein 85-Jähriger die Masche und verständigte die Polizei. Der Beschuldigte wurde daraufhin am 27. April in Kempten festgenommen. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

Warnung vor vermeintlichen Einbrüchen

Nach Darstellung der Ermittler hatte sich der 32-Jährige mit mindestens zwei bislang unbekannten Tätern zusammengeschlossen. Die Opfer seien am Telefon unter anderem vor angeblich bevorstehenden Einbrüchen gewarnt worden. Die Täter hätten sich dabei etwa als Polizeibeamte ausgegeben und die Angerufenen dazu gebracht, Bargeld oder Wertgegenstände herauszugeben.

So soll ein 61-Jähriger aus dem oberbayerischen Landkreis Weilheim-Schongau Gold- und Silbermünzen im Wert von rund 55.000 Euro vor seinem Haus deponiert haben. Der Angeklagte habe den Karton anschließend abgeholt.

Kostbaren Schmuck und Münzen erbeutet

Eine 77-Jährige aus dem schwäbischen Landkreis Aichach-Friedberg soll Schmuck und Münzen im Wert von etwa 113.000 Euro übergeben haben. Dabei habe der 32-Jährige einen gefälschten Gerichtsbeschluss vorgelegt.

Auch in Isny im baden-württembergischen Landkreis Ravensburg und in Immenstadt im schwäbischen Landkreis Oberallgäu soll der Beschuldigte Wertsachen erlangt haben. In Immenstadt habe er sich mit einem gefälschten Dienstausweis als Polizeibeamter ausgegeben und Schmuck im Wert von rund 10.000 Euro mitgenommen.

Über die Zulassung der Anklage und eine mögliche Hauptverhandlung muss nun das Landgericht Kempten entscheiden.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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