Krise am Anleihenmarkt

US-Anleiherenditen erreichen höchsten Stand seit 2002

Händler an der Wall Street: In den USA steigen die Renditen von Staatsanleihen immer mehr an.(Archivbild)

Händler an der Wall Street: In den USA steigen die Renditen von Staatsanleihen immer mehr an.(Archivbild)

Von dpa

Am weltweiten Markt für Staatsanleihen nimmt der Ausverkauf immer größere Züge an. Die Rendite für zehnjährige US-Anleihen stieg am Donnerstag bis auf 5,34 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit 2002. Bei der Rendite britischer Anleihen mit einer Laufzeit von 30 Jahren ging es bis auf 6 Prozent nach oben und damit auf einen Rekord seit 1998.

Hintergrund des Ausverkaufs sind Inflationssorgen infolge des Iran-Kriegs. Da mit steigenden Ölpreisen die Verbraucherpreise anziehen, erwarten Ökonomen eine höhere und länger anhaltende Teuerung sowie steigende Leitzinsen der Zentralbanken. Investoren stoßen Anleihen ab und setzen auf neue Papiere mit höheren Verzinsungen, das lässt die Kurse bestehender Bonds fallen und die Renditen steigen.

Sorgen über gigantische Verschuldung in den USA

Dazu kommen Sorgen über die wachsende Verschuldung in einigen Industriestaaten, allen voran in den USA. Der Schuldenberg dort hatte jüngst die Marke von 40 Billionen US-Dollar überstiegen. Die hohen Zinsen sind ein immenses Problem für Regierungen, da sie die Neuaufnahme von Schulden stark verteuern.

Zuletzt hat die US-Regierung schon versucht, die Rendite für US-Staatsanleihen nach unten zu drücken, um den Schuldendienst günstiger zu machen. Mit der Ankündigung, künftig mehr eigene Anleihen kaufen zu wollen, konnte das US-Finanzministerium die Renditen aber nur zeitweise etwas senken.

Problem auch für Klingbeil

Auch Deutschland mit seinen an den Finanzmärkten richtungsweisenden Bundesanleihen wird von dem Ausverkauf nicht verschont. Die Rendite von zehnjährigen Bundesanleihen, an der sich etwa die Bauzinsen orientieren, stieg auf 3,61 Prozent. Ende Februar waren es erst rund 2,6 Prozent. Steigen die Anleiherenditen, wird die Aufnahme neuer Schulden teurer. Schon jetzt muss Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) sparen.

„Im Fokus der Rentenmärkte bleiben die Entwicklungen am Energiemarkt“, schrieb die Dekabank mit Blick auf den Iran-Krieg. Seit dem Morgen zogen die Ölpreise wieder deutlich an. Das verstärkt an den Finanzmärkten die Spekulation auf steigende Zinsen.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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